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Anschlagspläne für Berlin : IS-Anhänger als Flüchtlinge eingereist

  • -Aktualisiert am

In drei Bundesländern durchsuchte die Polizei Flüchtlingslager und Wohnungen. Das Bild zeigt Beamte am Donnerstagmorgen in Hannover. Bild: dpa

Bei einem Großeinsatz hat die Polizei mehrere algerische Islamisten festgenommen. Sie sollen einen Anschlag in Berlin geplant haben. Mindestens einer soll dem IS angehören und als Flüchtling eingereist sein.

          Wegen des Verdachts, einen islamistischen Terroranschlag in Berlin geplant zu haben, hat die Polizei am Donnerstagmorgen in mehreren Bundesländern  Wohnungen und Flüchtlingslager durchsucht und dabei drei Personen festgenommen. Das teilten Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft mit, die die Ermittlungen leiten. Laut „Bild“-Zeitung sollte der Berliner Alexanderplatz Ziel des Anschlags sein; laut dem „Tagesspiegel“ der „Checkpoint Charlie“. Beides wollten Staatsanwaltschaft und Polizei aber nicht bestätigen.

          Der Hauptverdächtige ist ein 35 Jahre alter Algerier, der in einem Erstaufnahmelager für Flüchtlinge im nordrhein-westfälischen Attendorn festgenommen wurde. Er soll zur Terrorgruppe „Islamischer Staat“ gehören und in Syrien militärisch ausgebildet worden sein. Weil er aus diesem Grund von den algerischen Behörden gesucht wird, ist er festgenommen worden. Nach Deutschland soll er als Flüchtling mit seiner Familie über die Balkanroute eingereist sein. In einem Flüchtlingslager in Bayern wurde er registriert. In Deutschland hatte er begonnen, sich „Mitkämpfer“ zu suchen.

          Seit Wochen gegen vier Islamisten ermittelt

          Wie FAZ.NET erfuhr war zuerst das Bundesamt für Verfassungsschutz auf den Mann aufmerksam geworden. Durch geheimdienstliche Maßnahmen wie etwa Observation und Überwachung der Kommunikation wurden insgesamt vier verdächtige Algerier ermittelt, die der dschihadistischen Szene angehören sollen. Sie sollen verschlüsselt kommuniziert haben. Die Erkenntnisse wurden an die Generalstaatsanwaltschaft Berlin weitergegeben, die die Razzien anordnete. Bereits um den Jahreswechsel herum sollen sich die Hinweise verdichtet haben.

          Ein 49 Jahre alter Verdächtiger wurde in Berlin ebenfalls festgenommen, allerdings aufgrund eines bestehenden Haftbefehls wegen zweifacher Urkundenfälschung. Dabei soll es sich um Pässe gehandelt haben, wie die AFP berichtete. Die dritte verhaftete Person ist die Ehefrau des Hauptverdächtigen. Sie war selbst keine Verdächtige, wird allerdings international wegen einer Mitgliedschaft im „IS“ gesucht, weswegen sie ebenfalls verhaftet wurde.

          Durchsucht wurden vier Wohnungen, ein Backshop und ein Imbiss in Berlin, das Flüchtlingslager in Attendorn sowie eines in Isernhagen und eine Wohnung in Hannover. Alle vier Verdächtige wurden bei den Razzien angetroffen. Mehrere sollen zeitweise mit falschen Pässen Flüchtlingsunterkünften gewohnt haben.

          Die anderen Verdächtigen, zwei 26 und 31 Jahre alte Männer, wurden nicht festgenommen. Dies sei auch nicht das Ziel der Razzien gewesen, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Die Razzien hätten dazu gedient, Beweismaterial wie Kommunikationsgeräte und Unterlagen zu sichern. Diese seien auch gefunden worden. Waffen jedoch nicht. Solange nicht ein dringender Tatverdacht gleichzeitig mit Flucht- oder Verdunkelungsgefahr vorliege, sei eine Festnahme nicht üblich. Das spricht dafür, dass ein Anschlag nicht unmittelbar gedroht hat. Eine solche Einschätzung berichtet die Agentur Reuters auch aus Sicherheitskreisen.

          Nach Berichten der Deutschen Presseagentur hatte der 26 Jahre alten Verdächtigen
          aus Hannover Verbindungen zu belgischen Islamisten. Er soll vor wenigen Wochen mindestens einmal in die Brüsseler Gemeinde Molenbeek gereist sein, wo auch der getötete mutmaßliche Drahtzieher der islamistischen Anschläge  vom 13. Novembe in Paris, Abdelhamid Abaaoud, gelebt hatte.

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