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Vergeltung für Anschlag : Türkei greift Hunderte IS-Stellungen an

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Gut bewacht: Ein massives Polizeiaufgebot sicherte am Donnerstag den Stadtteil Sultanahmet, in dem am Dienstag der Anschlag verübt wurde Bild: AFP

Die türkische Armee schlägt gegen den IS zurück und greift Hunderte Stellungen der Dschihadistenmiliz an. Dabei sollen etwa 200 Islamisten getötet worden sein.

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          Nach dem Selbstmordattentat in Istanbul hat die türkische Armee nach Regierungsangaben „fast 500 Stellungen“ der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in den Nachbarländern Irak und Syrien angegriffen. Das sagte Regierungschef Ahmed Davutoglu am Donnerstag in Ankara. Dabei seien 200 IS-Anhänger getötet worden. Die Artillerie-Angriffe seien in den letzten 48 Stunden erfolgt. Bestätigungen aus Syrien und dem Irak gibt es noch nicht.

          Am Dienstag hatte ein Selbstmordattentäter in Istanbul zehn Deutsche mit in den Tod gerissen. Die türkische Regierung macht den IS für den Anschlag verantwortlich. Die Terrormiliz hat sich allerdings nicht dazu bekannt.

          Zwei weitere Verdächtige festgenommen

          Nach dem Anschlag hat die türkische Polizei unterdessen zwei weitere Verdächtige festgenommen. Damit steige die Gesamtzahl der Festnahmen auf sieben, sagte Innenminister Efkan Ala am Donnerstag in Ankara. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte nach einem Besuch in Istanbul, die Identität des Attentäters stehe noch nicht endgültig fest. „Man hat diesen Mann insoweit identifiziert, dass es ein Personaldokument gibt, aber ob dieses Personaldokument zu diesem Mann gehört, ist alles noch Gegenstand der Aufklärung“, sagte de Maizière am Mittwochabend den ARD-„Tagesthemen“. Ministerpräsident Davutoglu hatte dagegen gesagt, der Attentäter habe dem IS angehört und sei unter anderem durch Fingerabdrücke identifiziert worden.

          Die Nachrichtenagentur DHA hatte unter Berufung auf die Polizei gemeldet, die Fingerabdrücke seien dem Attentäter namens Nabil Fadli bei seiner Registrierung als Flüchtling am 5. Januar in Istanbul abgenommen worden. DHA berichtete am Donnerstag, bei einem Treffen von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu unter anderem mit Innenminister Efkan Ala, dem Istanbuler Gouverneur Vasip Sahin und Vertretern des Geheimdienstes sei entschieden worden, die Polizeipräsenz auf belebten Plätzen zu erhöhen. Zudem solle mehr Überwachungstechnik eingesetzt werden.

          Türkei : Gedenken an Istanbuler Opfer

          Familie des mutmaßlichen Attentäters „geschockt und beschämt“

          Am Anschlagsort im Bezirk Sultanhamet waren am Donnerstag deutlich mehr Polizisten im Einsatz als gewöhnlich, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Dutzende Menschen hätten sich am Ort des Attentats versammelt und den Opfern gedacht. Die regierungsnahe türkische Zeitung „Yeni Safak“ berichtete am Donnerstag, Fadlis Familie sei „geschockt und beschämt“ über den Anschlag. Der Vater Abdullatif Fadli sagte dem Blatt nach dessen Angaben, die Familie habe den Sohn schon zuvor für tot gehalten. IS-Kämpfer hätten gesagt, er sei bei Gefechten in Nordsyrien gestorben. Nabil Fadli sei vorher nie in der Türkei gewesen. „Wir verstehen nicht, wie er dorthin ging oder wer ihn davon überzeugt hat, sich auf diese Art umzubringen.“

          Am Ort des Anschlags vom Dienstag trauerten die Istanbuler am Donnerstag um die Opfer
          Am Ort des Anschlags vom Dienstag trauerten die Istanbuler am Donnerstag um die Opfer : Bild: Reuters

          Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat nach Angaben seines Präsidenten Hans-Georg Maaßen noch keine Bestätigung dafür, dass der IS hinter der Tat steckt. Man sei bisher nicht in die Ermittlungen eingebunden, sagte Maaßen dem rbb Inforadio. De Maizière betonte, Deutsche sollten trotz des Terroranschlags auch in Zukunft in die Türkei reisen. „Wir hatten zwei große Anschläge in Paris. Wir können doch nicht sagen: Bitte geht nicht in Cafés, geht nicht in Konzerthäuser, geht nicht auf Straßen. Dann hätte der Terror ja schon gewonnen“, sagte er.

          Die türkischen Sicherheitsbehörden seien gut aufgestellt und wachsam, betonte der Minister, „aber auch hier gibt es keine Garantie gegen den Terrorismus“. Bei seinem Besuch in Istanbul hatte de Maizière gesagt, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet gewesen sei.

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