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Terrorgefahr : Fußgängerzonen werden nicht vor Anschlägen mit Autos geschützt

  • Aktualisiert am

Streifenpolizisten in der Fußgängerzone in München Bild: dpa

Die Millionenstädte Berlin, Hamburg, München und Köln verzichten auf Poller und andere Hindernisse, um ihre Fußgängerzonen vor potentiellen Terroranschlägen wie Mitte Juli in Nizza zu schützen. Die Stadtverwaltungen führen unterschiedliche Gründe an.

          Die Stadtverwaltungen der vier deutschen Millionenstädte beabsichtigen nicht, ihre Fußgängerzonen mit Pollern oder anderen physischen Hindernissen zu schützen. Derzeit kann dort jeder einfach hineinfahren. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.).

          Anders als in anderen europäischen Ländern ist in Deutschland eine Zugangsbeschränkung mit versenkbaren Pollern unüblich. In seinem neuesten, am Freitag veröffentlichten Bericht hatdas europäische Polizeiamt Europol vor Angriffen von Dschihadisten mit Autos – wie am 14. Juli in Nizza- gewarnt.

          Das zuständige Kreisverwaltungsreferat in München teilte der F.A.S. mit, die Zufahrt zu Fußgängerzonen würde durch „Polizei und kommunale Verkehrsüberwachung im Zuge der regulären Kontrolltätigkeit“ überwacht. Aktuell seien keine neuen Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Die Stadt Hamburg erklärte, Sicherheitsmaßnahmen seien jeweils unterschiedlichen Verhältnissen individuell angepasst. „Es gibt kein einheitliches Konzept der Zufahrtsbeschränkung für Sicherheitszonen“, so ein Sprecher der Stadt.

          In Köln liegt eine der Zufahrten zur größten Fußgängerzone der Stadt in unmittelbarer Nähe von Domplatte und Hauptbahnhof. Laut Stadtverwaltung besteht dort seit den Silvester-Übergriffen  zwar „eine enorm verstärkte Polizeipräsenz“. Für die Kontrolle von Lieferfahrzeugen seien die Beamten aber nicht zuständig.

          Durch die Verluste der Terrormiliz in Syrien und dem Irak steige die Gefahr neuer Anschläge in Westeuropa, warnt das europäische Anti-Terrorismus Zentrum von Europol in dem Bericht. Nach Einschätzungen von Geheimdiensten könnten bereits mehrere Dutzend potenzielle IS-Terroristen in Europa sein. Frankreich ist den Experten zufolge am meisten gefährdet. Aber auch Belgien, Deutschland, die Niederlande und Großbritannien seien mögliche Ziele.

          Aus der Perspektive des IS waren die Anschläge in Belgien und Frankreich 2015 und 2016 „erfolgreich“, heißt es in der Analyse der europäischen Polizeibehörde. „Weitere Anschläge in der EU, sowohl von Einzeltätern als auch Gruppen, werden wahrscheinlich in der nahen Zukunft stattfinden.“ Der IS habe vermutlich bereits neue Taktiken für Angriffe gegen den Westen entwickelt.

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