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Trauer in Deutschland : Merkel: Wir weinen mit Ihnen

  • Aktualisiert am

Trauer nach den Anschlägen von Paris: Angela Merkel spricht am Samstagmorgen in Berlin Bild: Reuters

Die Anschläge von Paris haben auch in Deutschland Fassungslosigkeit und große Bestürzung ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel trat am Samstagmorgen in Berlin vor die Presse. Innenminister de Maizière berief ein Krisentreffen ein.

          Die Anschläge von Paris mit mindestens 127 Toten haben in Deutschland Fassungslosigkeit und tiefe Bestürzung ausgelöst.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte ihr Entsetzen und bekundete Mitgefühl für die Opfer. „Deutschland fühlt mit Ihnen in Ihrem Schmerz und Ihrer Trauer“, sagte sie am Samstag in Berlin. Sie fügte hinzu: „Wir weinen mit Ihnen.“ Dieser Angriff gelte nicht nur Paris: „Er trifft uns alle“, sagte die Kanzlerin. Deutschland habe Frankreich „jedwede Unterstützung angeboten“, sagte die Bundeskanzlerin. Im Laufe des Samstags wolle sie mit den zuständigen Bundesministern zusammenkommen, um über die Lage zu beraten.

          Merkel verurteilte die Anschläge als einen Angriff auf die Freiheit: „Wir wissen, dass unser freies Leben stärker ist als jeder Terror“, sagte sie. „Wir glauben an das Recht jedes einzelnen, sein Glück zu suchen.“ Die Anschläge auf eine Konzerthalle, das Fußballstadion und auf Cafés hätten Menschen getroffen, die „das Leben leben“ wollten.

          Vize-Kanzler Sigmar Gabriel sicherte Frankreich die Solidarität Deutschlands zu. „Die Terror-Anschläge in Paris richten sich gegen uns alle“, sagte der Bundeswirtschaftsminister. „Wir Demokraten halten zusammen, wir werden Demokratie und Freiheit verteidigen. Hass, Gewalt und Angst dürfen keinen Platz haben, wir werden uns niemals dem Terror beugen.“

          Trauer um die Opfer von Paris: Ein Mann steht am frühen Samstagmorgen vor der Französischen Botschaft in Berlin

          Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich entsetzt über die Terroranschläge von Paris. „Die Dimension des Grauens, das mit all dem verkörpert wird, übersteigt die Vorstellungskraft eines Jeden“, sagte Steinmeier am Samstag am Rande der Syrien-Konferenz in Wien, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Die Anschläge in Paris nannte er ein „Inferno des Terrors".

          „Was als Fußballfest, als Freundschaftsspiel der Nationalmannschaften von Deutschland und Frankreich begann, endete als Inferno des Terrors gestern Abend“, sagte der Minister. Gegenwärtig könne er nur sagen: „In dieser Stunde des Leidens und der Verzweiflung in Frankreich stehen wir fest an der Seite unserer französischen Freunde.“

          Sicherheitsbehörden beraten über Konsequenzen

          Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wird am Samstag mit den Vertretern der Sicherheitsbehörden des Bundes in Berlin über Konsequenzen aus den Attentaten in Paris beraten.  Er stehe in engem Kontakt mit den französischen Kollegen und habe Hilfe durch deutsche Spezialkräfte angeboten.

          Er werde seinen Auftritt beim Landesparteitag der CDU in Sachsen stark verkürzen und dann sofort in die Hauptstadt aufbrechen, teilte sein Ministerium am Samstag in Berlin auf Anfrage mit. Das Ministerium ordnete bundesweite Trauerbeflaggung der obersten  Bundesbehörden und ihrer Geschäftsbereiche sowie der Behörden des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen, an. Dies geschehe als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität mit dem französischen Volk nach der abscheulichen Anschlagsserie in Paris. 

          Auch Kirchen sind entsetzt

          Auch die beiden großen Kirchen in Deutschland zeigten sich entsetzt über die Terroranschläge in Paris. „Wir sind tief erschüttert über die hasserfüllte Welle der Gewalt in Paris“, erklärten der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Samstag. Die Anschläge von Paris seien letztlich „ein Anschlag auf alle Menschen und auf Europa“.

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