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Frankreich : Mindestens 128 Tote nach Terrorserie in Paris

  • Aktualisiert am

Polizisten in der Nähe der Bataclan Konzerthalle nach der Stürmung Bild: AFP

Eine Nacht des Grauens: Bei Anschlägen an sechs verschiedenen Orten in Paris sind mindestens 128 Menschen getötet worden. Mehrere Terroristen sprengten sich in die Luft. Frankreich hat den Ausnahmezustand verhängt, die Polizei jagt die Hintermänner der Angreifer. 

          • In Paris haben in der Nacht zu Samstag mehrere Terrorattacken stattgefunden. Mindestens 127 Menschen starben dabei. Frankreichs Präsident Hollande sprach von „bisher nie dagewesenen Terrorangriffen."
          • Frankreichs Präsident Francois Hollande hat den IS für die Anschläge verantwortlich gemacht - ein Bekennerschreiben gibt es bislang aber nicht.
          • Insgesamt gab es nach Angaben der Polizei am Freitagabend an sechs verschiedenen Orten der französischen Hauptstadt Anschläge.
          • In einem kambodschanischen Restaurant im Zentrum von Paris fielen Schüsse. Viele Menschen starben.
          • In der Konzerthalle Bataclan fand zur gleichen Zeit eine Geiselnahme statt, die von Sicherheitskräften gestürmt wurde. Laut Ermittlerkreisen wurden mehrere Angreifer getötet. Dutzende Menschen starben.
          • In der Umgebung des Stade de France, wo ein Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Frankreich stattfand, sollen zwei Selbstmordattentäter Bomben gezündet haben.
          • Die Anschläge haben weltweit Erschütterung und Solidaritätsbekundungen ausgelöst. Kanzlerin Merkel sicherte Paris „jedwede Unterstützung“ gegen den Terror zu

          Bei einer beispiellosen Anschlagsserie in Paris sind mindestens 127 Menschen getötet worden. Allein 112 Tote habe es gegeben, als Attentäter bei dem Auftritt einer amerikanischen Rockband am Freitagabend um sich schossen, teilten die Behörden mit. Als die Polizei die Konzerthalle stürmte, zündeten sie Sprengstoffgürtel.

          Verletzte werden vor dem Bataclan Theater von Rettungskräften versorgt. Bilderstrecke

          Weitere Menschen seien an fünf anderen Orten in der französischen Hauptstadt ums Leben gekommen, als Attentäter nahezu zeitlich mit Sturmgewehren und Bomben belebte Restaurants und Bars angriffen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, wurden etwas 180 Menschen verletzt, 80 davon lebensgefährlich.

          Vor dem Nationalstadion, in dem Präsident Francois Hollande und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier das Fußball-Länderspiel Frankreich gegen Deutschland verfolgten, sprengten sich offenbar zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Hollande verhängte erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg den Ausnahmezustand über das ganze Land. Zudem ließ er die Grenzen schließen, um eine Flucht von Attentätern zu verhindern. Rund 200 weitere Menschen wurden verletzt.

          Die Ermittler zählten acht tote Attentäter. Sieben hätten sich selbst in die Luft gesprengt, einer sei von der Polizei erschossen worden. Unklar bleib zunächst, ob noch Attentäter auf der Flucht waren. Die Angreifer hätten mehrere Terrassen von Cafes beschossen, bevor sie in die Konzerthalle eingedrungen seien, sagte ein Polizeisprecher. Viele Verletzte seien an den verschiedenen Tatorten in einem schrecklichen Zustand. Daher wurde befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch steigt. Sicherheitskreise gingen von einem islamistischen Hintergrund aus.



          Der sichtlich erschütterte Hollande sprach von einer noch nie dagewesenen Serie terroristischer Anschläge. „Das ist ein Horror“, sagte er in einer nächtlichen Fernsehansprache an die Nation, ehe er in eine Krisensitzung des Kabinetts eilte. „In diesen schwierigen Momenten müssen wir (...) Mitgefühl und Solidarität beweisen, aber auch Einigkeit und Ruhe bewahren“, mahnte Hollande, der seine Teilnahme am G-20-Gipfel am Wochenende in der Türkei absagte. „Im Angesicht des Terrors muss Frankreich stark sein, es muss Größe zeigen und die staatlichen Behörden Härte. Das werden wir.“ Alle Pariser Rettungsdienste wurden mobilisiert und 1500 zusätzliche Soldaten zum Schutz der Hauptstadt entsandt. Am Samstagvormittag empfing Präsident Hollande die Mitglieder seines Sicherheitskabinetts zu einer Sitzung im Élyseepalast. Neben den Ministern und Ministerinnen nahmen auch die ranghöchsten Vertreter der Sicherheitsbehörden teil.

          Weltweites Entsetzen

          Weltweit stießen die Anschläge auf Entsetzen. Der amerikanische Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie zahlreiche andere Politiker rund um den Globus zeigten sich schockiert und erklärten sich solidarisch mit Frankreich. Merkel sicherte Frankreich „jedwede Unterstützung“ zu, die Deutschland bieten könne. „Wir, die deutschen Freunde, wir fühlen uns Ihnen so nah“, sagte die CDU-Politikerin am Samstagmorgen im Kanzleramt in Richtung der Opfer. Dieser Angriff auf die Freiheit „meint uns alle“, sagte Merkel. Daher müssten auch alle gemeinsam den Kampf gegen den Terror führen. „Wir wissen, dass unser freies Leben stärker ist als jeder Terror.“

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