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Angriff auf Polizisten : 15-Jährige nach Messerattacke unter Terrorverdacht

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Der Nordwestausgang des Hannoveraner Hauptbahnhofs, wo eine 15 Jahre alte Deutsch-Marokkanerin Ende Februar einen Bundespolizisten mit einem Messer schwer verletzt hatte Bild: dpa

Nach dem Messerangriff einer 15 Jahre alten Deutsch-Marokkanerin auf einen Bundespolizisten in Hannover erhärten sich die Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Die junge Frau wollte sich in Syrien offenbar dem „Islamischen Staat“ anschließen.

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          Gegen eine 15 Jahre alte mutmaßliche Islamistin, die am Hauptbahnhof von Hannover einen Polizisten mit einem Messer schwer verletzt haben soll, ist Haftbefehl erlassen worden. Safia S. wird versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen, wie die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Sie wollte sich demnach der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat„ (IS) in Syrien anschließen.

          Die 15-Jährige hatte Ende Februar bei einer Personenkontrolle am Hauptbahnhof von Hannover einen Beamten der Bundespolizei angegriffen. Der Polizist erlitt laut Bundesanwaltschaft eine „lebensbedrohliche Stichwunde“ und musste operiert werden. Safia S. wird demnach zur Last gelegt, bei der Kontrolle versucht zu haben, „einen Beamten der Bundespolizei als Repräsentanten der von ihr verhassten Bundesrepublik zu töten“.

          „Radikaldschihadistisches Gedankengut“ zu eigen gemacht

          Nach den bisherigen Ermittlungen habe sie sich spätestens im November 2015 das „radikaldschihadistische Gedankengut“ des IS zu eigen gemacht und über einen Onlinebotschaftendienst auch Kontakt zu einem IS-Kämpfer in Syrien gehabt, erklärte die Karlsruher Behörde. Im Januar 2016 flog sie demnach in die Türkei, um sich in Syrien der Dschihadistenmiliz anzuschließen. Sie wurde jedoch von ihrer Mutter vorher nach Deutschland zurückgeholt.

          Doch Safia S. hatte sich nach Erkenntnissen der Ermittler noch in Istanbul von IS-Mitgliedern überzeugen lassen, in Deutschland eine „Märtyreroperation“ vorzunehmen. Mit einem Gemüse- und Steakmesser bewaffnet ging sie deshalb Ende Februar in Hannover zum Hauptbahnhof. Dort habe sie dann bei der Personenkontrolle für den Beamten „völlig unerwartet“ das Gemüsemesser gezogen und ihm damit in den Hals gestochen.

          Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft Hannover gegen die 15-Jährige ermittelt. Nach ihrer Festnahme Ende Februar befand sie sich bereits in Untersuchungshaft. Mitte März übernahm die Bundesanwaltschaft das Verfahren und erwirkte nun am Donnerstag beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen neuen Haftbefehl.

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