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Terror in Paris : Mindestens ein Franzose unter Attentätern von Paris

  • Aktualisiert am

Trauer vor dem Bataclan-Club in Paris: Hier kamen heute Nacht dutzende Menschen Ums Leben. Bild: AFP

Bislang ist wenig bekannt über die Attentäter von Paris und ihre mögliche Hintermänner. Nun haben die französischen Ermittler offenbar einen ersten Angreifer identifiziert. 

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          • In Paris haben in der Nacht zu Samstag mehrere Terrorattacken stattgefunden. Mindestens 128 Menschen starben dabei.
          • Insgesamt gab es an sechs verschiedenen Orten der französischen Hauptstadt Anschläge. Die mit Abstand meisten Opfer gab es beim Überfall auf eine ausverkaufte Rock-Show in der Konzerthalle „Bataclan“.
          • Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hat sich zu den Anschlägen bekannt.
          • Frankreichs Präsident Francois Hollande spricht von einem „Kriegsakt“ des IS
          • Die französische Regierung hat den Ausnahmezustand verhängt. In Paris gilt bis Donnerstag ein Versammlungsverbot.
          • Die Attacken wurden von mindestens acht Tätern verübt.
          • Die acht Angreifer starben. Ein Terrorist wurde von der Polizei erschossen, die anderen sprengten sich selbst in die Luft. Unklar ist, ob weitere Attentäter fliehen konnten.
          • In Frankreich wurden drei Tage Staatstrauer angeordnet, auch in Deutschland wehen die Flaggen auf Halbmast.
          • Sicherheitsvorkehrungen weltweit verschärft

           

          Mindestens einer der Attentäter von Paris ist französischer Staatsangehöriger. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstagnachmittag unter Berufung auf Polizeiermittler.

          Zuvor war bei einem Attentäter ein syrischer Pass gefunden worden. Der Ausweis sei in der Nähe des Leichnams eines der Angreifer gefunden worden, hieß es. Angaben darüber, an welchem der sechs Anschlagsorte der Pass gefunden wurde, gab es zunächst nicht.

          Polizeibeamte suchen Beweismaterial in Trümmern unter einem mit Blut bespritzen Wegweiser in der Nähe des Stade de France. Bilderstrecke

          Der Sender BFMTV berichtete zudem von einem ägyptischen Ausweis. Dieser sei in der Nähe des Körpers eines der Attentäter am Stade de France gefunden worden.

          Am Freitagabend hatten Angreifer sechs verschiedene Orte in Paris und im Norden der französischen Hauptstadt angegriffen und mindestens 128 Menschen getötet und weitere 300 verletzt.



          Die Attacken vom späten Freitagabend waren von mindestens acht Terroristen verübt worden. Einer der Angreifer wurde von der Polizei erschossen, sieben andere sprengten sich selbst in die Luft. Die meisten Opfer gab es beim Überfall auf eine ausverkaufte Rock-Show in der Konzerthalle „Bataclan“ Unklar ist weiterhin, ob und wie viele weitere Täter fliehen konnten.

          Frankreichs Präsident François Hollande hatte am Samstagvormittag die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für die Anschläge verantwortlich gemacht. Der IS bekannte sich in einer zunächst nicht verifizierbaren Erklärung im Internet zu den Attentaten.

          De Maiziere: Möglicherweise weitere Attentäter unterwegs

          Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hält es für möglich, dass nach den Anschlägen von Paris weitere Attentäter unterwegs sind. Es sei nicht klar, ob die bekannten acht Täter alle seien, sagte de Maiziere am Samstag in Berlin nach Beratungen des Sicherheitskabinetts. Davon hänge letztlich das weitere Vorgehen ab.

          Der CDU-Politiker unterstrich: "Die Lage ist ernst. Jetzt gilt es zusammenzuhalten in Regierung und Parlament, in der Bevölkerung und in Europa." Wenn es die Situation erfordere, werde er eine Terrorwarnung aussprechen. De Maiziere verhängte zudem eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen. Vor allem die Kontrollen des Flug- und Zugverkehrs von und nach Frankreich seien verstärkt worden. Polizisten seien mit „robusterer Ausstattung„ im Einsatz. Er habe die Polizei angewiesen an großen Bahnhöfen und auf Flughäfen in Deutschland Schutzwesten zu tragen und ihre Bewaffnung zu zeigen. Die Behörden überwachten derzeit ganz genau die islamistischen Gefährder in Deutschland und auch Rechtsextremisten, die auf die Anschläge in Frankreich reagieren könnten.

          Der Innenminister zeigte sich auf der Pressekonferenz am Nachmittag sichtlich betroffen. Er appellierte an Politiker und Bevölkerung, „keinen Bogen“ zwischen den Pariser Anschlägen und der Diskussion über den Umgang mit Flüchtlingen zu schlagen.

          Zudem werde die Szene der islamistischen Gefährder genau überwacht. Dasselbe gelte für die rechtsextreme Szene.

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