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Syrien : Acht Kinder sollen bei russischem Luftangriff getötet worden sein

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Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten ist bei einem russischen Luftangriff in Nordsyrien eine Schule getroffen worden. Mindestens acht Kinder und eine Lehrerin kamen demnach ums Leben.

          Bei einem russischen Luftangriff in Nordsyrien sind nach Angaben von Aktivisten mindestens acht Kinder und ihre Lehrerin getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte am Montag mit, bei dem Luftangriff auf eine Schule in der Stadt Andschara in der Provinz Aleppo seien mindestens 20 weitere Menschen verletzt worden. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

          Die russische Regierung hat Luftangriffe auf Zivilisten in Syrien bestritten. „Russland führt keine Operationen gegen Zivilisten aus“, sagte eine Außenamtssprecherin am Montag.

          Andschara wird von Rebellen gehalten und befindet sich im Westen der Provinz Aleppo. Den Angaben zufolge wurden zudem drei Kinder in der Stadt Aleppo durch Raketenangriffe von Rebellen getötet, die gegen den syrischen Staatschef Baschar al-Assad kämpfen. Demnach schlugen die Geschosse in einem von Regierungstruppen gehaltenen Viertel ein.

          Erst am Samstag waren laut Syrisches Beobachtungsstelle für Menschenrechte bei einem russischen Luftangriff auf ein Gefängnis im Nordwesten Syriens mindestens 57 Menschen getötet worden. Unter ihnen seien zahlreiche Kämpfer der radikalislamischen Al-Nusra-Front, teilten Aktivisten mit.

          Der Komplex mit dem Gefängnis und einem Scharia-Gericht wurde von der Al-Nusra-Front betrieben, die mit dem Terrornetzwerk Al Qaida verbündet ist. Die Anlage befindet sich laut der Beobachtungsstelle nahe einem belebten Markt der Ortschaft Maarat al-Numan in der Provinz Idlib.

          Die Islamisten hielten dort Kämpfer rivalisierender Rebellengruppen gefangen. Unter den Toten seien neben 23 Al-Nusra-Kämpfern und mehreren Gefangenen auch 21 Zivilisten gewesen, unter ihnen ein Kind und zwei Frauen, berichtete die Beobachtungsstelle.

          Der französische Außenminister Laurent Fabius forderte ein Ende der Luftangriffe auf Zivilisten. Der französische Chefdiplomat sagte am Montag in Paris, es sei „absolut notwendig“, dass Syriens Regierungstruppen und Russland ihre Militäreinsätze gegen Zivilisten beendeten.

          Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte Russland in einem kurz vor Weihnachten veröffentlichten Bericht die Tötung hunderter Zivilisten bei Luftangriffen in Syrien vorgeworfen. Russische Kampfjets hätten „offenbar direkt“ Wohngebiete „und sogar medizinische Einrichtungen attackiert“, hieß es in dem Amnesty-Bericht zu dem im September gestarteten Militäreinsatz. Die Regierung in Moskau sprach von „Klischees und Falschdarstellungen“.

          Russland fliegt seit September Lustangriffe in Syrien - nach eigenen Angaben gegen die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“. Der Westen hegt allerdings den Verdacht, dass die russischen Angriffe eher dem Ziel dienen, Staatschef Baschar al-Assad zu stützen.

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