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Tötung von IS-Propagandachef : Russland reklamiert Anti-Terror-Erfolg für sich

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Nachdem die Terrormiliz IS den Tod ihres Propagandachefs bestätigt hat, schien es zunächst so, dass er bei einem amerikanischen Luftangriff getötet wurde. Nun beansprucht Russland, den Dschihadisten ausgeschaltet zu haben.

          Russland hat den tödlichen Angriff auf den IS-Propagandachef Abu Mohammed al-Adnani in Syrien für sich reklamiert. Die russischen Luftstreitkräfte hätten das Führungsmitglied des Islamischen Staates bei einem Angriff getötet, erklärte das Verteidigungsministerium am Mittwoch in Moskau.

          Adnani habe zu einer Gruppe von bis zu 40 IS-Mitgliedern gehört, die den Luftangriffen in der Region Aleppo zum Opfer gefallen seien. Dies sei über „verschiedene Geheimdienstkanäle“ bestätigt worden. Am Dienstag hatte es aus dem amerikanischen Verteidigungsministerium geheißen, die Vereinigten Staaten hätten Adnani mit Kampffliegern ins Visier genommen. Sein Tod wurde allerdings dort zunächst nicht bestätigt. Die IS-nahe Agentur Amaq hatte gemeldet, Adnani sei in der syrischen Provinz Aleppo getötet worden. Der IS selbst hatte dann am Dienstagabend den Tod des Propagandachefs bekannt gegeben.

          Der Syrer Adnani gehörte zu den letzten noch lebenden Gründungsmitgliedern des IS. Pentagon-Sprecher Peter Cook bezeichnete al-Adnani als wichtigsten Sprecher des IS und den „Chefarchitekten“ von Anschlägen außerhalb des IS-Gebiets. Er habe neue IS-Kämpfer rekrutiert, deren Einsätze koordiniert und zu Attentaten sogenannter einsamer Wölfe aufgerufen. Nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste war al-Adnani auch direkt an der Planung von Anschlägen in Europa beteiligt, etwa in Paris, Brüssel und am Istanbuler Flughafen. Die Vereinigten Staaten hatten  ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (4,4 Millionen Euro) auf ihn ausgesetzt.

          Tod des Propagandachefs ist ein großer Rückschlag für den IS

          Al-Adnani, der 1977 in der syrischen Provinz Idlib geboren wurde, schloss sich Anfang der 2000er Jahre den Dschihadisten im Irak an und schwor dem Chef von Al-Qaida im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, die Treue. Aus der Gruppe ging später der IS hervor. Beim IS stieg al-Adnani schnell zu einem der wichtigsten Strategen und zum Propagandachef auf: Nach der Eroberung großer Gebiete in Syrien und Irak rief al-Adnani im Juni 2014 in einer Audiobotschaft das „Kalifat“ des IS aus und erklärte IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi zum Kalifen.

          Für den Dschihadismus-Fachmann Charles Lister ist der Tod des IS-Sprechers „ein großer Rückschlag“ für die Extremistengruppe. Hischam al-Haschimi, ein anderer Experte für die Geschichte und Struktur der Terrormiliz,  bezeichnete seine Tötung als Anzeichen dafür, dass der IS nicht einmal mehr seine ranghöchsten Anführer schützen könne.

          Der amerikanische Geheimdienst wisse inzwischen sehr genau über die Führungsspitze des IS Bescheid. Erst im Juli hatte die IS-Miliz den Tod ihres Militärchefs Omar al-Schischani im irakischen Mossul bestätigen müssen. Im März gab der amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter die Tötung des IS-Finanzchefs Abdelrahman al-Kaduli bekannt. Er galt als die „Nummer zwei“ des IS hinter al-Bagdadi.

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