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Rheinland-Pfalz : Polizei nimmt Asylbewerber wegen Terrorverdachts fest

  • Aktualisiert am

Festnahme eines Asylbewerbers durch Spezialeinheiten der Polizei (Symbolbild) Bild: dpa

Ein Spezialkommando hat in Rheinland-Pfalz einen 24 Jahre alten Asylbewerber aus Syrien verhaftet. Offenbar gab es Hinweise auf Attentatspläne.

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          In Rheinland-Pfalz ist ein 24 Jahre alter Asylbewerber aus Syrien festgenommen worden, der möglicherweise einen Anschlag in Deutschland geplant hat. Die Festnahme in Mutterstadt bei Ludwigshafen sei nach Ermittlungen der Duisburger Polizei mit Unterstützung von Einsatzkräften aus Rheinland-Pfalz am vergangenen Freitag erfolgt, teilte das Innenministerium Nordrhein-Westfalens (NRW) am Dienstag mit.

          Nach bisherigen Ermittlungen habe es aber keine konkrete Bedrohungssituation gegeben. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, der Festgenommene sei „kein hochrangiges Mitglied der IS“. Die „Bild“-Zeitung und der Südwestrundfunk hatten unter Berufung auf das Innenministerium in Mainz berichtet, es bestehe der Verdacht, dass es sich bei dem Mann ein ranghohes Mitglied der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) handle.

          Der Verdächtige sei über einen längeren Zeitraum überwacht worden, berichtete der SWR. Zuvor soll ein Hinweis aus einem Gefängnis in Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen gekommen sein. Dabei sei es um eine Drohung zum Start der Bundesliga-Saison am 26. August gegangen. Die Staatsanwaltschaft habe Haftbefehl beantragt – der Verdächtige befinde sich zurzeit in Untersuchungshaft. Der Mann soll Anfang 2016 als Flüchtling nach Deutschland gekommen und in Nordrhein-Westfalen untergebracht worden sein. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme in Mutterstadt sei der Mann dort nur zu Besuch gewesen, berichtete der SWR.

          Innenminister betonen gute Zusammenarbeit

          Bei der Festnahme sei die Polizei in Duisburg federführend gewesen. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte: „Es ist ein reibungsloser Ablauf zwischen den Polizeikräften aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gewesen. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die bei Terrorismusverdacht üblicherweise die Ermittlungen übernimmt, hat Anfragen an die Staatsanwaltschaft Duisburg verwiesen. Diese war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

          NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) erklärte: „Die Festnahme zeigt, dass die Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den islamistischen Terror gut und erfolgreich zusammenarbeiten. Wir werden bei gewaltbereiten Salafisten nicht lockerlassen. Wir nehmen jeden Hinweis ernst und ermitteln konsequent.“

          Am 18. Juli hatte ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan oder Pakistan in einer Regionalbahn bei Würzburg fünf Menschen mit einer Axt schwer verletzt, ehe er von der Polizei erschossen wurde. Knapp eine Woche später sprengte sich ein 27-jähriger syrischer Flüchtling in Ansbach in die Luft und verletzte 15 Menschen. In beiden Fällen fanden die Ermittler Hinweise, dass die Männer IS-Anhänger waren. Inzwischen ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen Terrorverdachts.

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