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Parallelen zur Anschlagsserie : Mumbai an der Seine

Immer wieder haben der IS, aber auch das konkurrierende Terrornetzwerk Al Qaida, dazu aufgerufen, entsprechende medienwirksame Ziele auszusuchen. Terrorstrategen rieten dazu, Sportveranstaltungen, große internationale Ausstellungen, belebte Marktplätze oder Hochhäuser anzugreifen. So wurden mit Blick auf Frankreich Fußballspiele, ein Anschlag auf den Louvre oder auf die Militärparade am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, vorgeschlagen.

Dass die Attacken am Freitag sofort weltweit wahrgenommen wurden, das war allein durch das Fußballspiel im Stade de France gegeben: Die Explosionen in Stadionnähe waren nicht zu überhören.

In den vergangenen Monaten hatten islamistische Einzeltäter und kleine Gruppen immer wieder in europäischen Ländern zugeschlagen. IS und Al Qaida rufen in ihren Magazinen und Videos dazu auf, sich eine Waffe zu schnappen und auf eigene Faust loszuschlagen.

Die Täter benutzten dabei meist Schusswaffen, vorzugsweise Sturmgewehre wie die AK-47. Solche Kriegswaffen sind in Europa mittlerweile leicht zu bekommen. Eine Kalaschnikow ist für rund 500 Euro zu haben, eine Maschinenpistole kostet etwa die Hälfte. Über Kontakte zur organisierten Kriminalität lassen sie sich leicht erwerben; manche Islamisten haben diese Kontakte während einer Haftstrafe geknüpft.

Waffenschmuggel über Balkan

Viele Waffen werden über den Balkan nach Europa geschmuggelt. Sie stammen zum Teil noch aus den Jugoslawien-Kriegen in den neunziger Jahren. Doch sind in Libyen die Waffendepots des Gaddafi-Regimes in die Hände von Islamisten des IS gefallen und werden nun nach Europa geschmuggelt. Sicherheitsbehörden befürchten, dass auch aus der Ukraine immer mehr Kriegswaffen in die Hände von Islamisten gelangen könnten. In Paris setzten die Täter Schnellfeuerwaffen ein, aber auch Sprengstoff.

Drei Täter im Konzertsaal brachten sich selbst durch Sprengstoffwesten ums Leben, ein vierter starb durch Polizeikugeln, sein Sprenggürtel explodierte im Fallen.

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Augenzeugen berichten davon, dass die Täter sehr jung waren. Sie hätten kaltblütig regelrechte Hinrichtungen vollzogen, auf am Boden liegende Menschen gezielt. Terrorismusfachleute halten die neue Generation islamistischer Terroristen für deutlich gewalttätiger und brutaler als frühere. Hemmschwellen beim unmittelbaren Töten kennen sie offenbar nicht mehr, und mit ihrem eignen Leben haben sie, wenn sie ihre Taten begehen, schon abgeschlossen.

In Mumbai wurden, wie später festgestellt wurde, die Angriffe über lange Zeit trainiert und genau geplant, die Tatorte zuvor ausspioniert. Auch in Paris werden Terrorstrategen die Attacken sorgfältig geplant haben, um einen kriegsähnlichen Zustand in der französischen Hauptstadt herbeizuführen.

IS und Al Qaida verfolgen nach wie vor das Ziel, mit großen Anschlägen, die viele Hunderte Opfer kosten, die Führerschaft im internationalen Terrorismus zu behaupten. Der IS hat diese Führungsrolle seit der Gründung des „Kalifats“ erfolgreich eingenommen, hat allerdings in Syrien und im Nordirak zuletzt auch Rückschläge erfahren.

Nun versucht er, diese Schwächen durch Terrorakte gegen die Staaten auszugleichen, die dort gegen ihn vorgehen. Der mutmaßliche Anschlag auf die russische Passagiermaschine auf dem Sinai, der mehr als 220 Menschen das Leben kostete, würde sich in diese Offensive einreihen. Terrorismusfachleute glauben, dass der IS ein noch weiter gehendes Ziel verfolgt: eine Kette kriegsähnlicher Attacken wie in Mumbai und nun in Paris, gleichzeitig in mehreren Staaten. Auch damit muss gerechnet werden.

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