https://www.faz.net/-gpf-8a9f1

Terror-Verdacht : Festnahme im Sauerland

  • Aktualisiert am

Das Zimmer des Algeriers in der Arnsberger Flüchtlingsunterkunft wurde von der Dortmunder Polizei versiegelt. Bild: dpa

Ein 39 Jahre alter Algerier soll mehrere Tage vor den jüngsten Anschlägen gesagt haben, in Paris werde etwas Schreckliches geschehen. Nun wurde der Mann in einem Flüchtlingsheim im Sauerland festgenommen.

          Nach der Terrorserie von Paris hat die Polizei im sauerländischen Arnsberg einen 39 Jahre alten Algerier festgenommen. Der Mann soll mehrere Tage vor den Anschlägen in einer Flüchtlingsunterkunft mehrfach gegenüber Mitbewohnern aus Syrien geäußert haben, dass in Paris etwas passieren werde, sagte Oberstaatsanwalt Werner Wolff in Arnsberg am Montag.

          „Die Ankündigung der Anschläge passte von der Zeit her. Wir müssen nun prüfen, ob es sich um eine Spinnerei oder um eine Information mit tatsächlichem Hintergrundwissen handelt“, sagte Wolff. Insgesamt reiche das für einen dringenden Tatverdacht aus, der den inzwischen erlassenen Haftbefehl wegen „Nichtanzeigens einer geplanten Straftat“ rechtfertige. Der Generalbundesanwalt sei über den Vorfall und die Festnahme informiert. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte, es müsse genau geprüft werden, ob es sich bei dem Festgenommenen möglicherweise um einen Mitwisser oder Mittäter handelt.

          Die Polizei war nach den Anschlägen von der Flüchtlingsunterkunft auf den Mann aufmerksam gemacht geworden. Die beiden Syrer hätten ihm berichtet, der Algerier habe davon gesprochen, dass „in Frankreich und in Paris etwas Schreckliches“ passieren werde, sagte der Leiter der Notunterkunft, Hans Wulf. „Die haben das zunächst für eine Spinnerei gehalten.“ Nach den schockierenden Nachrichten aus Paris seien sie aber doch zu ihm gekommen. Die Einrichtung habe dann die Polizei informiert, die den Mann sofort festgenommen habe.

          Später sei dann das Zimmer, in das der „nicht ganz einfache“ Mann einquartiert worden war, vom Staatsschutz durchsucht und versiegelt worden, sagte Wulf. Wie der 39 Jahre alte Mann einzuschätzen sei, könne er nicht sagen. „Da gibt es eine Sprachbarriere. Wir bekommen das ja immer aus dem Arabischen ins Englische übersetzt, was die Bewohner sagen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Trotz Reform : Viele Sparer müssen weiter Soli zahlen

          Für die meisten Bundesbürger soll der Solidaritätszuschlag ab 2021 entfallen, sagt Finanzminister Scholz. Was er verschweigt: Für den Großteil der Sparer und Anleger gilt das nicht – und das sind nicht nur Großverdiener.
          Disqualifiziert: Charlotte Dujardin.

          Blut am Pferd bei der EM : „Ich bin total niedergeschmettert“

          Charlotte Dujardin übertreibt bei der Dressur-EM den Sporen-Einsatz und ist selbst erschüttert. Im Fell ihrer Stute zeigt sich eine Wunde, die Reiterin wird disqualifiziert. Nun stellt sich vor allem eine Frage.

          Auch Mazda steigt aus : Carsharing fährt gegen die Wand

          Es soll eine Lösung für urbane Mobilität sein: Doch Carsharing rechnet sich nicht. Und nicht nur das: Die Autos kämen oft auch verdreckt oder beschädigt zurück, klagen die Anbieter. Jetzt gibt auch Mazda auf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.