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Nach Terror in Paris : Sehr viel Polizei bei Länderspiel in Hannover

Das Stadion in Hannover wird am Dienstag schärfer bewacht werden als bei anderen Fußball-Länderspielen. Bild: AP

Beim Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und den Niederlanden wird die Polizei am Dienstag in Hannover sowohl mit mehr Einsatzkräften als auch stärker bewaffnet auftreten. Ein ruhiger Verlauf hängt aber auch von den Zuschauern ab.

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          Die Sicherheitsvorkehrungen für das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden am Dienstag in Hannover (20.45 Uhr / Live im ZDF und im Länderspielticker auf FAZ.NET) werden erheblich ausgeweitet. Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) und der hannoversche Polizeipräsident Volker Kluwe sagten am Montag, infolge der Anschläge von Paris würde nicht nur in und um das Stadion nahe des Maschsees, sondern auch in der Stadt sowie in der Region „sehr viel Polizei“ eingesetzt. Die Polizisten würden auch anders als sonst bei Fußballspielen üblich auftreten und Maschinenpistolen mitführen.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Pistorius hob jedoch hervor, dass es derzeit keine konkrete Hinweise auf eine terroristische Gefährdung gebe, sondern lediglich „eine nach wie vor abstrakte Gefährdung“. Wie viele Beamten für das Länderspiel eingesetzt würden, wollte Polizeipräsident Kluwe aus taktischen Gründen nicht preisgeben. Es seien aber erheblich mehr als die üblicherweise eingesetzten zwei Hundertschaften. Die Organisation des Einsatzes am Dienstag wurde wegen der besonderen Lage nach den Pariser Anschlägen der Polizeiinspektion entzogen und obliegt nun der Polizeidirektion.

          Ein gesellschaftliches Signal

          Innenminister Pistorius lobte den Deutschen Fußballbund (DFB) für den Entschluss, das Freundschaftsspiel in Hannover trotz der Terrorakte rund um das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft im Pariser Stade de France am Freitagabend auszutragen. Pistorius sagte, es gehe am Dienstag nicht „am allerwenigsten um den Sport“, sondern um ein gesellschaftliches Signal, dass man sich das freiheitliche Leben nicht nehmen lasse und sich dieser neuen Qualität des Terrorismus nicht einschüchtern lasse.

          Zu dem Spiel werden auch Teile des Bundeskabinetts anreisen, unter anderem sollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) und Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) nach Hannover kommen. Auch die niedersächsische Landesregierung soll im Stadion zugegen sein. Pistorius appellierte vor dem Spiel an die Zuschauer im Stadion, am Dientag keinesfalls „Bengalische Feuer“ abzubrennen. Der Einsatz von Pyrotechnik könne eine Massenpanik zur Folge haben, sagte Pistorius mit Blick auf den Fehlalarm am Pariser Platz der Republik am Sonntagabend.

          England gegen Frankreich : Länderspiel im Zeichen

          Polizeipräsident Kluwe äußerte die Erwartung, dass sich auch die gewaltbereiten Fans aus Deutschland und den Niederlanden, die bekanntlich „nicht immer einer Meinung seien“, sich angesichts der Anschläge dieses Mal friedlich verhalten. Für das Länderspiel in Hannover wurden nach Stand vom Montag bisher 31.000 Eintrittskarten verkauft. Das Stadion in Hannover fasst bei internationalen Spiel bis zu 45.000 Besucher, allerdings verlangt der DFB selbst für Plätze mit eingeschränkter Sicht etwa 70 Euro. Infolge der verstärkten Kontrollen, die nun unter Aufsicht der Polizei und mit Einsatz von Spürhunden stattfinden, könnte es beim Einlass zu Verzögerungen kommen.

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