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Terrorwarnung in Neujahrsnacht : Polizei fahndet nach möglichen Attentätern

  • Aktualisiert am

In Kampfmontur: Schwer bewaffnete Polizisten vor dem Hauptbahnhof in München Bild: dpa

Die Münchner Polizei räumte Bahnhöfe und warnte vor Menschenmengen: Terroristen hatten zum Jahreswechsel angeblich Selbstmordanschläge geplant. Noch immer sind die Beamten in Alarmbereitschaft. Sie suchen fünf bis sieben Verdächtige.

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          Wegen eines drohenden Terroranschlags der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Polizei am Silvesterabend in München zwei Bahnhöfe evakuiert und die Menschen vor größeren Ansammlungen gewarnt. Auch am Neujahrsmorgen sei die Polizeidichte in der Stadt höher als üblich, teilte eine Sprecherin am Freitag mit. Die Fahndung nach möglichen Attentätern laufe weiter.

          „Die Kollegen der Kriminalpolizei sind weiter an der Arbeit, um festzustellen, was an den Hinweisen dran ist und sie gegebenenfalls zu konkretisieren“, sagte die Sprecherin. Eine Reihe besorgter Bürger habe sich in der Nacht mit verdächtigen Beobachtungen bei der Polizei gemeldet, bei der Überprüfung habe sich aber nichts ergeben.

          Erst gegen 4 Uhr am Neujahrsmorgen hatte die Polizei den Hauptbahnhof sowie die Station Pasing im Westen der Stadt wieder freigegeben. Über Twitter teilten die Beamten mit: „Wir sind sehr froh, dass heute Nacht nichts passiert ist. Die Ermittlungen laufen natürlich weiter.“

          „Die Hinweise, die wir vom Bundeskriminalamt erhalten haben, bezogen sich auf geplante Selbstmordanschläge am Münchner Hauptbahnhof und/oder am Bahnhof Pasing“, hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zuvor bei einer nächtlichen Pressekonferenz gesagt. „Es gab Hinweise auf konkret fünf bis sieben Attentäter.“ Unklar sei, ob alle selbst die Tat verübt oder geholfen hätten. „Der Hinweis bezog sich ganz konkret auf eine Tatausführung um Mitternacht“, sagte Herrmann.

          Hinweise auf sieben Iraker

          Der Bayerische Rundfunk berichtet, die geplanten Anschläge hätten von sieben Männern aus dem Irak verübt werden sollen, die sich schon in München aufhalten und namentlich bekannt sind. Geplant war demnach wohl, dass sich die Männer zu zweit an die Anschlagsorte begeben, um sich kurz hintereinander in die Luft zu sprengen.

          Rund 550 Einsatzkräfte waren den Angaben zufolge im Einsatz. Die Münchner Polizei hatte Kräfte aus dem südbayerischen Raum zur Unterstützung in die Landeshauptstadt geholt. Auch Spezialeinheiten waren im Einsatz. Trotz intensivster Ermittlungen seien die Informationen über einen Selbstmordanschlag aber nicht konkretisiert worden, sagte Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä auf der Pressekonferenz.

          Warnung vom Geheimdienst

          Der Hinweis kam laut Herrmann gegen 19.40 Uhr vom Bundeskriminalamt - nachdem dieses von einem befreundeten Nachrichtendienst die „dringende Warnung“ vor einem Anschlag in München um Mitternacht erhalten habe. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die erste Warnung sei vom französischen Geheimdienst gekommen. Der Hinweis habe eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Ort und eine klare Benennung von Tätern aus dem Bereich des IS beinhaltet.

          „Das Bundeskriminalamt und die bayerische Polizei waren übereinstimmend der Auffassung, dass das nicht einfach ignoriert werden kann.“ Die Einschätzung der Gefährdung sei vergleichbar gewesen mit der in Hannover, wo vor wenigen Wochen ein Fußball-Länderspiel abgesagt worden war.

          Um 22.40 Uhr hatte die Polizei via Twitter gebeten, die beiden Bahnhöfe zu meiden. Zudem empfahl sie, einen Bogen um größere Menschenmassen gerade im Innenstadtbereich zu machen. Es sei nicht klar, wohin mutmaßliche Täter gingen, wenn sie nicht an die eigentlichen Anschlagziele gelangten, sagte ein Sprecher. Der Hauptbahnhof war abgeriegelt, Einsatzkräfte mit schweren Waffen sicherten ihn.

          Münchner feiern trotzdem

          Noch am Donnerstag hatte die Münchner Polizei erklärt, in der Silvesternacht werde es im Vergleich zu den Vorjahren keine erhöhten Sicherheitsvorkehrungen geben.

          Viele Münchner ließen sich die Silvesterlaune auch so nicht verderben. Sie feierten, ließen Raketen steigen und zündeten Böller.

          Polizisten stehen in der Silvesternacht in München vor dem geräumten Hauptbahnhof

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