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Massenmord in San Bernardino : Der Anschlag war offenbar langfristig geplant

  • Aktualisiert am

Das Täter-Ehepaar Tashfeen Malik und Syed Farook im Sommer 2014 bei einer Kontrolle auf dem Flughafen von Chicago. Schon damals war auch Farook streng religiös gekleidet und offenbar nicht so liberal eingestellt, wie die Sicherheitsbehörden zunächst vermutet hatten. Bild: Reuters

Der Attentäter von San Bernardino hat kurz vor der Tat einen Kredit aufgenommen. Um Waffen zu kaufen, vermuten die Ermittler vom FBI. Inzwischen gehen sie davon aus, dass Syed Farook und seine Frau Malik sich schon lange vor der Tat radikalisiert haben.

          Nach dem Anschlag im kalifornischen San Bernardino haben die Ermittler der Bundespolizei FBI weitere Hinweise darauf gefunden, dass die Bluttat geplant war. Die Polizei gehe der Spur eines Online-Bankkredits in Höhe von 28.500 Dollar (rund 27.500 Euro) auf einem Konto des Attentäters Syed Farook nach, wie am Dienstag aus Ermittlerkreisen verlautete.

          Das Geld könnte teilweise für einen Waffenkauf eingesetzt worden sein. Demnach beantragte der 28 Jahre alte Farook bei der Gesellschaft Prosper Marketplace in San Francisco einen Kredit. Dieser sei anschließend von der Online-Bank Webbank.com mit Sitz im Bundesstaat Utah gewährt worden. Farook hob den Angaben zufolge 10.000 Dollar an einer Filiale der Union Bank in San Bernardino ab.

          Dem Fernsehsender Fox zufolge gehen die Ermittler der Frage nach, ob das Geld an einen Verdächtigen namens Enrique Marquez geflossen ist, der für die beiden halbautomatischen Waffen kaufte, mit denen Farook und die 29 Jahre alte Tashfeen Malik 14 Menschen erschossen.

          Farook, ein pakistanischstämmiger amerikanischer Bürger, hatte Mittwoch vergangener Woche zusammen mit seiner pakistanischen Ehefrau Malik die Weihnachtsfeier seines städtischen Arbeitgebers gestürmt. Das Paar tötete 14 Menschen und verletzte 21 weitere, bevor es von der Polizei erschossen wurde. Zeugen hatten zunächst berichtet, der Bluttat sei ein Streit vorausgegangen.

          400 Menschen aus dem Umfeld der Täter befragt

          Später stufte die amerikanische Bundespolizei FBI die Tat als islamistischen „Terrorakt“ ein. In der Wohnung der Attentäter wurde ein großes Waffenarsenal gefunden, darunter 5000 Schuss Munition und Materialien zum Bombenbau. Nach neuen FBI-Angaben stellten die Ermittler insgesamt 19 Rohre sicher, die offenbar zum Bombenbau gedacht waren. Malik soll der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Online-Netzwerk Facebook die Treue geschworen, ihr Mann Kontakt zu islamistischen Extremisten gehabt haben.

          Die These, Malik habe ihren in den Vereinigten Staaten geborenen Ehemann erst kurz vor der Tat radikalisiert, haben die Ermittler unterdessen verworfen. Wie die „New York Times“ berichtet, haben Ermittler 400 Menschen aus dem Umfeld der Täter befragt. Dabei kam nach Angaben aus Ermittlerkreisen heraus, dass Farook schon Jahre bevor er seine Frau traf, ein Extremist gewesen sei. In jüngster Zeit haben beide nach Recherchen der Ermittler den Umgang mit Schusswaffen trainiert.

          Die „New York Times“ zitiert eine Sprecherin der Koranschule, die Malik besucht hatte. Sie gab an, die Frau habe ihre Studien in Pakistan abgebrochen um zu heiraten und in die Vereinigten Staaten zu ziehen. Ein Soziologe sagte der Zeitung, das Al-Huda-Institut sei für seine konservative Auslegung des Islams bekannt und dafür, den „korrupten Westen“ anzuklagen. Das allein erkläre aber nicht, dass Malik zur Mörderin wurde.

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