https://www.faz.net/aktuell/politik/kampf-gegen-den-terror/kommentar-entschlossen-gegen-den-terror-13928169.html
 

Kommentar : Entschlossen gegen den Terror

  • -Aktualisiert am

Nach einem Angriff auf Stellungen des IS steigt in der nordsyrischen Provinz Aleppo Rauch auf. Bild: AFP

Frankreich will „alle notwendigen Maßnahmen“ gegen den Islamischen Staat ergreifen. Es ist Hollande zu wünschen, dass es ihm gelingt, eine breite internationale Koalition zu schmieden. Die freie Gesellschaft muss wehrhaft sein, will sie frei bleiben und sich behaupten.

          1 Min.

          Einstimmig und auf Drängen Frankreichs hat der UN-Sicherheitsrat die Regierungen ermächtigt, „alle notwendigen Maßnahmen“ im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ zu ergreifen. Das ist wichtig und erinnert an den Beschluss des Sicherheitsrates vom September 2001. Unter dem Eindruck der Anschläge von Paris legt die französische Regierung eine Entschlossenheit an den Tag, die islamistischen Terroristen in ihrem syrisch-irakischen Operationsraum militärisch zu „vernichten“, die sich nicht sehr von der Herangehensweise der damaligen Regierung Bush unterscheidet. Im Zentrum getroffen, zeigt sich Frankreich von seiner robusten Seite.

          Es ist Präsident Hollande zu wünschen, dass seine Bemühungen Erfolg haben, auf der Basis dieser UN-Resolution eine breite internationale Koalition zu schmieden. Dem Ziel dienen seine Reisen nach Washington und Moskau sowie die Beratungen mit europäischen Partnern in Paris. Auch die Bundeskanzlerin wird dabei zur Kenntnis nehmen, dass Hollandes Prioritäten nach dem „13. November“ nicht mehr dieselben sind wie vor dem Massenmord und dass die „Kultur der Zurückhaltung“ nicht die Art von Solidarität ist, die man jetzt in Paris gerne sähe. Hollande, der Realpolitiker, dürfte auch Nachsicht mit Russland üben. Wie weit muss die gehen?

          Wenn Putin, wie er behauptet, vor allen den IS bekämpfen will, dann sollte ihm die Zusammenarbeit mit dem Westen nicht allzu schwer fallen. Eine Belohnung im Ukraine-Konflikt ist nicht nötig. Am Ende wird allein zählen, wer wie an Frankreichs Seite steht. Notwendig ist ein entschiedenes militärisches Vorgehen gegen die Terrormiliz. Natürlich sind Bomben nicht genug. Zu einer Strategie gegen den islamistischen Terrorismus gehören deswegen das Trockenlegen jener Sümpfe in der arabisch-muslimischen Welt, die den militanten Islamismus hervorbringen, und größere Anstrengungen, der Radikalisierung junger Muslime in westlichen Gesellschaften entgegenzuwirken. Dafür braucht man einen langen Atem.

          Dass die höchste Terrorwarnstufe für Brüssel bereits den dritten Tag galt und das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen kam, zeigt den Ernst der Lage. Und was noch? Die freie Gesellschaft muss wehrhaft sein, will sie frei bleiben und sich behaupten. Es ist die Verantwortung der Politiker, von der im Staatsakt in Hamburg mahnend die Rede war, Willensstärke mit Klugheit im Handeln zu verbinden.

          Weitere Themen

          Lukaschenko: "Praktisch eine Armee mit Russland"

          Ukraine-Liveblog : Lukaschenko: "Praktisch eine Armee mit Russland"

          Selenskyj: „Die Ukraine gibt nichts verloren“ +++ Ukraine bestätigt Truppenabzug aus Lyssytschansk +++ Steinmeier: Ukraine nicht an Verhandlungstisch drängen +++ Tote in russischer Grenzstadt Belgorod nach Explosionen +++ alle Entwicklungen im Liveblog.

          Topmeldungen

          Der 71-jährige Wladimir Wassiljewitsch steht im Hof des zerstörten Hauses seiner Verwandten in der ostukrainischen Stadt Slowjansk am 3.Juli 2022.

          Russlands Angriffskrieg : Kreml: Westen steht Friedensverhandlungen im Wege

          Russische Truppen sind weiter auf dem Vormarsch im Osten der Ukraine. Bei russischen Raketenangriffen auf Slowjansk wurden Bürgermeister Wadym Ljach zufolge sechs Menschen getötet und 15 verwundet. Der Kreml wirft dem Westen Kriegstreiberei vor. Die Nacht im Überblick.
          Einsatzkräfte am Fields-Einkaufszentrum in Kopenhagen nachdem dort Schüsse gefallen sind

          Kopenhagen : Mindestens drei Tote nach Schüssen in Einkaufszentrum

          In einem Einkaufszentrum in Kopenhagen sind am Sonntag mindestens drei Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurden drei weitere Menschen schwer verletzt. Kurz nach den Schüssen wurde ein 22 Jahre alter Däne festgenommen.
          Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) und der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko (r.) am 25. Juni 2022 in St. Petersburg

          Ukraine-Liveblog : Lukaschenko: "Praktisch eine Armee mit Russland"

          Selenskyj: „Die Ukraine gibt nichts verloren“ +++ Ukraine bestätigt Truppenabzug aus Lyssytschansk +++ Steinmeier: Ukraine nicht an Verhandlungstisch drängen +++ Tote in russischer Grenzstadt Belgorod nach Explosionen +++ alle Entwicklungen im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.