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Kampf gegen den Terror : Pariser Polizei fasst vier mutmaßliche Islamisten

  • Aktualisiert am

Nach Angaben des Innenministers besteht in Paris immer noch große Terrorgefahr. Bild: dpa

Weil sie möglicherweise Terroranschläge geplant haben, sind in Paris am Mittwoch drei Männer und eine Frau festgenommen worden. Nach Polizeiangaben hätten die vier Verdächtigen „interessante Profile“.

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          Wegen möglicher Anschlagspläne sind im Großraum Paris vier mutmaßliche Islamisten festgenommen worden. Die drei Männer und eine Frau seien am Mittwochmorgen in Paris und im nördlich angrenzenden Département Seine-Saint-Denis gefasst worden. Das bestätigte die zuständige Pariser Staatsanwaltschaft am Abend der Nachrichtenagentur dpa. Die Verdächtigen seien zuvor wegen eines „möglichen Anschlagsprojekts“ überwacht worden. Von einem „unmittelbar bevorstehenden Anschlagsprojekt“ könne aber noch nicht gesprochen werde. So wurde bei den Razzien keine Waffe gefunden. Es wurden aber mehrere Datenträger beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden sollen.

          Die vier Verdächtigen befanden sich am Mittwoch im Sitz des französischen Inlandsgeheimdienstes DGSI im nordwestlich von Paris liegenden Levallois-Perret in Polizeigewahrsam. Die vier Festgenommenen hätten „interessante“ Profile, was Nachforschungen erforderlich mache, hieß es aus Polizeikreisen. Unter ihnen befindet sich auch ein 28-Jähriger, der 2014 zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, weil er sich in Syrien dem Dschihad anschließen wollte. Der Mann soll im Oktober 2015 aus der Haft entlassen worden sein. Er war nach den Anschlägen vom 13. November im Zuge des landesweiten Ausnahmezustands unter Hausarrest gestellt worden.

          „Größte Wachsamkeit“

          Frankreichs Staatschef François Hollande sagte als Reaktion auf die Festnahmen, die Bedrohungslage in Frankreich sei „immer noch sehr hoch“, es sei weiterhin „größte Wachsamkeit" nötig. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, seit Januar seien in Frankreich 74 Menschen in Verbindung mit Terrorplänen festgenommen worden. „Solche Festnahmen kommen jeden Tag vor“, sagte Cazeneuve vor Journalisten. Die Gefahr von Anschlägen sei aber weiterhin hoch.

          Die Festnahmen erfolgten einen Tag nach einer Razzia in Brüssel im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris. Bei dem Einsatz im Vorort Forest erschossen Polizisten einen Mann, zwei Verdächtige sind auf der Flucht.

          Schwerbewaffnete Islamisten hatten am 13. November bei Angriffen in Paris und auf das Fußballstadion Stade de France in Saint-Denis 130 Menschen getötet. Zu dem schwersten Anschlag in der Geschichte Frankreichs bekannte sich die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“. In Frankreich herrscht seitdem ständige Sorge vor weiteren Attacken.

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