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Islamische Militärallianz : Von der Leyen will Schulterschluss aller IS-Gegner

  • Aktualisiert am

Pakistan, das Ursula von der Leyen Anfang Dezember besuchte, zählt zu den Staaten, mit denen Saudi-Arabien eine Militärallianz schmiedet. Bild: Reuters

Saudi-Arabien will mit einem groß angelegten islamischen Militärbündnis terroristische Gruppen bekämpfen. Gut so, sagt Deutschlands Verteidigungsministerin. Unter einer Bedingung.

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          Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat die neu ins Leben gerufene islamische Antiterror-Koalition dazu aufgerufen, sich dem Wiener-Prozess anzuschließen. „Sie müssen sich einbringen in den Wiener-Prozess, wo alle Länder, die gegen den IS kämpfen, drin sind (...). Dann ist das eine Hilfe für uns“, sagte die CDU-Politikerin im ARD-Morgenmagazin am Dienstag. Sie begrüße es, wenn sich die Gegner des IS organisierten, erklärte von der
          Leyen. „Denn wenn man ehrlich ist: Der IS hat zum Teil auch seine Stärke daraus gezogen, dass diejenigen, die gegen ihn sind, sich nicht einig waren, wie man ihn bekämpft.“

          Schon jetzt fliegen saudische Kampfjets Einsätze über dem Jemen.
          Schon jetzt fliegen saudische Kampfjets Einsätze über dem Jemen. : Bild: AFP

          Saudi-Arabien hatte zuvor angekündigt, zusammen mit Dutzenden islamischen Staaten eine Militärallianz zur Bekämpfung des Terrorismus bilden zu wollen. Insgesamt würden dem Bündnis 34 Nationen angehören, darunter die Türkei, Ägypten, Qatar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Malaysia und Pakistan, teilte das Königreich in einer über die staatliche Nachrichtenagentur SPA verbreiteten Erklärung am Dienstag mit. Das sunnitische Saudi-Arabien werde die Führung der Allianz übernehmen. Der schiitische Iran, der mit Saudi-Arabien um Einfluss in der Region buhlt, tauchte unter den genannten Teilnehmerstaaten nicht auf. In der Hauptstadt Riad werde ein gemeinsames Zentrum zur Koordinierung und Unterstützung von Militäreinsätzen eingerichtet.

          Das Bündnis solle vor allem gegen Terrorismus im Irak, Syrien, Libyen, Ägypten und in Afghanistan vorgehen, sagte der Vize-Kronprinz und Verteidigungsminister des Landes, Muhammad bin Salman auf einer Pressekonferenz. Aktionen vor allem in Syrien und im Irak würden international abgestimmt. Das neue Bündnis solle nicht nur gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) vorgehen, sondern mit „jeder terroristischen Organisation, mit der wir konfrontiert werden.“

          Die Vereinigten Staaten hatten wiederholt ein stärkeres Engagement der Golfstaaten bei der Bekämpfung des IS in Syrien und im Irak gefordert. Die Terrormiliz nutzt verstärkt auch im Jemen das Machtvakuum aus, um sich auszubreiten. Dort kündigte die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz für Dienstag eine Waffenruhe an, die zunächst sieben Tage gelten solle. Anlass sei der parallel angesetzte Auftakt der von den Vereinten Nationen vermittelten Friedensgespräche in der Schweiz.

          Riad : Saudi-Arabien schmiedet Militärallianz

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