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Minurso
Unamid
Unmiss
Active Fence
Eucap Nestor
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Unama
Kfor
Verwundetentransporte
Unifil
EUTM Mali
Operation Atalanta
EUTM Somalia
Active
Endeavour,
Mittelmeer
Ausbildungs-
unterstützung
Irak
Syrien
Syrien
Einsatzgebiet: Syrien

Foto: reuters
Nach den Terror-Anschlägen von Paris hat der Bundestag am 4. Dezember einem Bundeswehreinsatz gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien zugestimmt. Deutschland greift nicht aktiv ins Kampfgeschehen ein, sondern unterstützt die internationale Koalition gegen den IS. Für den Einsatz will die Bundesregierung sechs „Tornado“-Aufklärungsflugzeuge, ein Airbus-Tankflugzeug und die Fregatte „Hamburg“, die dem französischen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ Begleitschutz geben soll, entsenden. Zudem wird ein Bundeswehrsatellit über Syrien eingesetzt. Das Mandat läuft zunächst bis Ende 2016. Es steht ein Kontingent von 1200 Bundeswehrsoldaten bereit.
Active Endeavour (OAE)
Einsatzgebiet: Mittelmeer

Foto: dpa
Die Operation Active Endeavour (OAE) geht zurück auf die Terroranschläge von New York und Washington am 11. September 2001. Der Nato-Rat stellte nach den Angriffen den Bündnisfall fest und ordnete an, den Seeverkehr im Mittelmeer künftig auf terroristische Aktivitäten hin zu beobachten. Die aktuelle Bedrohungssituation bewertet die Bundeswehr als „eher abstrakt“.

Laut eines Bundestags-Beschlusses darf die Bundeswehr bis zu 500 Soldaten einsetzen.
Ausbildungsunterstützung Irak
Einsatzgebiet: Irak

Foto: dpa
Der Ausbreitung der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Nahen Osten und Teilen Afrikas gilt als eine der größten sicherheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Die Bundesregierung hat sich nach einigem Zögern dazu entschlossen, dem Vormarsch der Gotteskrieger im Nordirak etwas entgegenzusetzen. Statt auf eigene Truppen setzt sie dabei – wie schon bei den Trainingsmissionen in Afrika - auf indirektes Engagement.

Neben umfangreichen Waffenlieferungen hat die Bundeswehr Militärausbilder entsandt, die im Nordirak kurdische Truppen für den Kampf gegen den IS ausbilden. Bis zu 100 Soldaten können zu diesem Zweck entsandt werden. Derzeit sind es 99. Das Mandat des Bundestags gilt bis zum 01. Januar 2016.
Minurso, Westsahara
United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara

Foto: DPA
Mit der Sicherheitsresolution 690 richteten die Vereinten Nationen am 29. April 1991 die Mission MINURSO in der Westsahara ein.

Ihre Hauptaufgabe ist es, den Waffenstillstand zwischen dem Königreich Marokko und der "Befreiungsbewegung" Frente Polisario zu überwachen.

Deutschland beteiligt sich mit bis zu vier Offizieren. Das Bundestagsmandat gilt bis zur Beendigung der Mission.
Unamid, Darfur
United Nations / African Union Mission in Darfur
Einsatzgebiet: Sudan

Foto: UN
Der Hybride Einsatz der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen in Darfur (Unamid) ist nicht minder komplex als der Name der Mission. Zwei große Organisationen und ihre Mitglieder versuchen mit maximal knapp 20.000 Soldaten und mehr als 6.000 Polzisten in einem vom Bürgerkrieg gezeichneten Gebiet von der anderthalbfachen Größe Deutschlands so etwas wie Ruhe und Sicherheit durchzusetzen. Ein einem Gebiet zudem, wo Rebellengruppen eine ähnliche Art von Unabhängigkeit anstreben wie in Südsudan.

Die Bundeswehr unterstützt die Mission seit 2007 mit einer homöopathischen Dosis. Bis zu 50 Soldaten, vor allem Militärbeobachter, dürfen an ihr teilnehmen. Derzeit sind es sieben. Sie sollen feststellen helfen, ob der Waffenstillstand eingehalten wird und Übergriffe gegenüber Zivilisten erfolgen.
Unmiss, Südsudan
United Nations Mission in South Sudan
Einsatzgebiet: Südsudan

Foto: DPA
Nach jahrzehntelangen Sezessionskämpfen mit dem Norden erlangte der christlich geprägte Südsudan 2011 die Unabhängigkeit. Doch der junge Staat kommt nicht zur Ruhe. Neue Kämpfe innerhalb des Landes stürzten Südsudan abermals ins Chaos. 1,3 Millionen Menschen wurden zwischenzeitlich vertrieben, Tausende getötet.

Die Mission der Vereinten Nationen in Südsudan (Unmiss), die seit 2011 im Land ist, soll mit ihren bis zu 12.500 Sicherheitskräften Zivilisten schützen, den Zugang zu humanitärer Hilfe gewähren und der Regierung beim Aufbau eines Rechtssystems helfen. Das Mandat der Bundeswehr erlaubt es, bis zu 50 Soldaten in das Land zu entsenden. Momentan sind es 16.
Active Fence, Türkei
Einsatzgebiet: Türkei

Foto: DPA
Der syrische Bürgerkrieg findet seine Opfer auch in der Türkei. Mehrfach wurden Bewohner des Nato-Mitglieds durch Beschuss aus dem Nachbarland verletzt oder getötet. Aus Sorge vor den Raketen des syrischen Präsidenten Baschar al Assad hat die türkische Regierung die Allianz um Unterstützung beim Schutz des eigenen Luftraums gebeten.

Seit 2013 teilen sich Amerika, die Niederlande und Deutschland die Aufgabe, die Nato-Südostflanke gegen syrische Angriffe aus der Luft zu verteidigen. Die Bundeswehr beteiligt sich mit bis zu 400 Soldaten und „Patriot“- Flugabwehrsystemen an der Mission sowie an den Awacs-Aufklärungsflügen über der Türkei. Aktuell sind 242 deutsche Soldaten in der Türkei. Der Einsatz soll jedoch noch im Jahr 2015 beendet werden.
Eucap Nestor, Horn von Afrika
European Union Mission on Regional Maritime Capacity Building in the Horn of Africa

Foto: Bundeswehr
Der Einsatz gegen die Piraterie am Horn von Afrika bekommt eine neue zivile Komponente. EUCap Nestor ist eine EU-geführte Mission, die den umfassenden Ansatz der Europäischen Union im Kampf gegen die Piraterie verkörpert.

Mit Hilfe multinationaler Zusammenarbeit und gezielter Ausbildung der regionalen Küstenwachen, -polizeien und Marinen soll die Region besser in die Lage versetzt werden, ihre maritime Sicherheit eigenständig gewährleisten zu können. Die Mission umfasst im Wesentlichen zivile Experten aber auch polizeiliches und militärisches Personal.
RSM, Afghanistan
Operation Resolute Support
Einsatzgebiet: Afghanistan, Usbekistan

Foto: Reuters
Die „International Security Assistance Force“(Isaf) ist Geschichte. Der Westen hat sein Ziel verfehlt, Afghanistan zu einem Hort der Freiheit und Stabilität zu formen. Zurück bleiben die rund 350.000 Angehörigen der afghanischen Armee und Polizei, die den Kampf gegen die Aufständischen weiterführen sollen. Eine Verlängerung und Erhöhung des Mandats auf bis zu 980 Soldaten soll im Dezember beschlossen werden. Die „Operation Resolute Support“ soll für eine Übergangszeit die Sicherheitskräfte des Landes weiter ausbilden, beraten und unterstützen.

12.000 Soldaten der Nato und verbündeter Staaten beteiligen sich an der Mission. Die Bundeswehr beteiligt sich mit bis zu 850 Soldaten. Sollte sich die Sicherheitslage dramatisch verschlechtern, stehen Kampfeinheiten in Deutschland bereit. Die Bundeswehr ist für den Norden des Landes verantwortlich. Ihr Hauptquartier befindet sich in Mazar-i-Sharif.

Das Bundestagsmandat für den Einsatz gilt bis zum 31. Dezember 2015.
Unama, Afghanistan
United Nation Assistance Mission in Afghanistan

Foto: Bundeswehr
Die Mission wurde am 28. März 2002 durch die Resolution 1401 des UN-Sicherheitsrates gegründet.

Mit dieser Mission unterstützen die Vereinten Nationen die Regierung Afghanistans beim Auf- und Ausbau rechtsstaatlicher Strukturen und fördert die nationale Versöhnung. Die Basis hierfür bildet das sogenannte Bonner Abkommen.
Kosovo Force (Kfor)
Einsatzgebiet: Kosovo

Foto: Reuters
Mit den Balkaneinsätzen begann für die Bundeswehr in den 90er Jahren die Zeit der groß angelegten, bewaffneten Auslandsmissionen. Ein Ende für den Einsatz der 1999 ins Leben gerufenen Nato-Truppe ist nicht in Sicht. Die Normalisierung der Beziehungen zwischen dem Kososvo und Serbien stockt. Streitpunkt bleiben die serbisch dominierten Gebiete im Norden des Kosovo.

Seit 2008 ist es die Hauptaufgabe der Kfor, die Sicherheitsstrukturen des Landes aufzubauen. Von den einst 40.000 Soldaten sind noch bis zu 5.500 im Land. Eine weiterer Truppenabbau ist derzeit nicht absehbar. Die Bundeswehr stellt mit 685 Soldaten das größte Kontingent. Aktuelle Zahl an Bundeswehr-Soldaten 660.
Verwundetentransporte
StratAirMedEvac lautet das Namenskürzel für die Steuerung des Verwundetenlufttransportes auf Mittel- und Langstrecke bei Einsätzen und Übungen weltweit

Foto: Luftwaffe
Die Bundeswehr kann einen Airbus A 310 MRT für weltweite Rückführungen von Verletzten und Verwundeten einsetzen. Die Bestuhlung wird durch mobile Intensivbetten (PTE) und weiteren Liegeplätzen ersetzt. Angehörigen der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung stellen das medizinische Personal für die fliegende Besatzung.
Unifil, Libanon
Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon (Unifil)
Einsatzgebiet: Mittelmeer, Libanon

Foto: dpa
Diese Mission zählt zu den ältesten in der Geschichte der Vereinten Nationen. Seit 1978 überwacht die Unifil die Grenze zwischen Israel und Libanon. Der Krieg 2006 zog die Erweiterung des Einsatzes um eine maritime Komponente nach sich. Sie sollte verhindern, dass Waffen ins Land gelangen – was daran scheiterte, dass die Nord- und Ostgrenze des Landes offen blieben. Außerdem sollte die libanesische Marine soweit geschult werden, dass sie diese Aufgabe eines Tages selbst übernehmen kann.

Die Deutsche Marine beteiligt sich von Anfang an an der maritimen Komponente. Im aktuellen Mandat, das bis zum 30. Juni 2016 gilt, sind bis zu 300 Bundeswehrsoldaten vorgesehen. Vor Ort befinden sich momentan 108. Sie dienen vor allem in der zyprischen Basis Limassol, in Beirut und in der libanesischen Marinebasis Jounieh, nördlich der libanesischen Hauptstadt.
EUTM Mali
European Union Training Mission in Mali
Einsatzgebiet: Mali

Foto: Bundeswehr
Die EUTM Mali ist die zweite Europäische Ausbildungsmission in Afrika, an der sich die Bundeswehr beteiligt. Die EUTM Mali soll die malischen Streitkräfte in grundlegenden militärischen Fähigkeiten schulen – und beraten. Damit soll das Land mit Blick auf die Lage im unruhigen Norden stabilisiert werden. Trainiert werden die malischen Soldaten im Süden des Landes.

Die Bundeswehr schult in Mali vor allem Pionier-Fähigkeiten. Im Einsatz sind aktuell 208 Bundeswehrkräfte. Das Mandat des Bundestags gilt bis Ende Mai 2016, soll jetzt aber aufgestockt werden, auf dann bis zu 650 Soldaten.
Operation Atalanta, See-Einsatz
European Union Naval Force – Operation Atalanta
Einsatzgebiet: Somalische Küste, Horn von Afrika

Foto: DPA
Die Küste vor Somalia gilt als eines der gefährlichsten Seegebiete weltweit. Im vergangen Jahrzehnt nahm die Piraterie dort bedrohliche Ausmaße an. Überfälle auf Schiffe und Entführungen wurden zur Regel und gefährdeten die internationalen Handelswege. Die EU entsandte mit der Mission „Atalanta“ 2008 Kriegsschiffe in die Region. Sie sollten die Schiffe des Welternährungsprogramms für Somalia schützen und darüber hinaus Freibeuter von Angriffen abschrecken.

Der Erfolg der Mission ist offenkundig. Wurden 2010 noch 220 Angriffe gezählt, wurden bis 2015 keine neuen Angriffe in der Region mehr registriert. Atalanta läuft dessen ungeachtet weiter. Das jüngste Mandat des Deutschen Bundestags sieht eine Mandatsobergrenze von 950 Soldaten vor und läuft bis zum 31. Mai 2016. Im Einsatz befinden sich momentan 148 Bundeswehrangehörige.
EUTM Somalia
European Union Training Mission in Somalia
Einsatzgebiet: Somalische Küste, Horn von Afrika

Foto: Lorenz Hemicker
Die Piraterie vor der Küste ist nur ein Symptom: Somalia ist ein gescheiterter Staat. Die Europäische Trainingsmission EUTM Somalia ist eine Blaupause für künftige Militäreinsätze nach den schlechten Erfahrungen mit kostspieligen und ineffektiven Stabilisierungsmissionen, bei denen Zehntausende westliche Soldaten zum Einsatz gekommen sind.

Seit 2010 schulen europäische Streitkräfte zusammen mit afrikanischen Partnern Soldaten des Landes, damit diese selbst für Sicherheit sorgen können. Zunächst in Uganda, seit 2013 auch in Somalia selbst. Parallel dazu versuchen Militärberater das Verteidigungsministerium dabei zu unterstützen, stabile Strukturen aufzubauen. Deutschland beteiligt sich mit bis zu 20 Soldaten. Sie arbeiten als Ausbilder von Soldaten und Mentoren für Führungskräfte der Armee.
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