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Attacke in Regionalzug : Gauck fordert nach Attentat bessere Integration

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Ein Polizeifahrzeug fährt im Ort Ochsenfurt an dem Kolping-Heim vorbei, in dem der 17 Jahre alte Afghane als Flüchtling lebte. Bild: dpa

Laut dem Bundespräsidenten werden viele Menschen nur zu Terroristen, weil sie „aus dem gesellschaftlichen Abseits“ kommen. Er verlangt deshalb bessere Zukunftsperspektiven – und ruft die Bevölkerung zur Mithilfe auf.

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          Bundespräsident Joachim Gauck hat nach dem Attentat in Bayern zu verstärkten Integrationsbemühungen aufgerufen. „Wir müssen besser verstehen, woher die Krisen im Nahen und Mittleren Osten kommen, aber vor allem, warum einige junge Menschen in unseren europäischen Gesellschaften so empfänglich sind für radikale islamistische Ideen und sich für menschenverachtende Untaten instrumentalisieren lassen“, sagte er in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch. Es müssten auf allen Ebenen Lösungen gesucht werden, ob in der Sicherheitspolitik oder auch bei der sozialen Integration. Denn die Mehrheit der terroristischen Mörder komme „aus dem gesellschaftlichen Abseits, deshalb muss es auch um eine Verbesserung von Zukunftsperspektiven gehen“. Eine Spaltung der Gesellschaft durch radikalislamische Tendenzen müsse aber auf jeden Fall verhindert werden, sagte der Bundespräsident.

          Der Terror dürfe nicht dazu führen, dass wir unsere Lebensweise ändern, sagte Gauck. „Unsere Werte wie Freiheit, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und unseren liberalen Lebensstil werden wir natürlich nicht ändern. Allerdings gibt es keinen Grund zu Sorglosigkeit, sondern viele Gründe, für unsere Werte einzutreten und sie zu verteidigen – mit klarem Blick auf die Gefährdungen, aber mit Augenmaß.“

          Stärkere europäische Kooperation gefordert

          Gauck plädierte für mehr Zusammenarbeit in Europa: „Gerade jetzt dürfen wir uns nicht auseinander dividieren lassen“, sagte er. „Dem Terror können wir nur die Stirn bieten, wenn wir unseren Zusammenhalt stärken und eng und stärker zusammenarbeiten, zum Beispiel unsere Sicherheitsbehörden.“

          Ähnlich äußerte sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier. „Terror schlägt völlig wahllos zu und kann jeden einzelnen von uns treffen“, sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir brauchen dringend eine noch engere Zusammenarbeit der Polizei und der Sicherheitsdienste in Europa und einen besseren Informationsaustausch.“

          Steinmeier mahnte zudem ein entschlossenes internationales Vorgehen gegen Terrorgruppen in Syrien und dem Irak an. Dabei gehe es auch darum, eine Perspektive für die Menschen in den befreiten Dörfern und Städten zu schaffen. Im Irak verloren die sunnitischen Extremisten des IS zuletzt die Kontrolle über die Stadt Falludscha und reagierten darauf mit mehreren Bombenangriffen in Bagdad, bei denen fast 300 Menschen getötet wurden. Derzeit treibt die irakische Armee ihren Vorstoß auf die Metropole Mossul voran.

          Der Außenminister würdigte den Beitrag der Anti-IS-Koalition im Kampf gegen die Extremisten. „Deutschland leistet für humanitäre Hilfsmaßnahmen und Stabilisierung bereits mehr als jedes andere Land.“ Doch weitere Anstrengungen seien erforderlich. „Wenn die Großstadt Mossul von IS befreit wird, stehen uns gewaltige humanitäre, gesellschaftliche und politische Herausforderungen bevor.“ Er habe deshalb entschieden, dass Deutschland dazu weitere zehn Millionen Euro humanitäre Hilfe beisteuern werde, führte der Minister aus. Er reist am Mittwoch zu einer Geberkonferenz nach Washington, auf der zwei Milliarden Dollar für den Irak aufgetrieben werden sollen.

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