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Kommentar : Der IS rekrutiert

Das Herrschaftsgebiet des „Islamischen Staats“ schrumpft. Dank des Terrors in Europa kann er aber weiter junge Islamisten anwerben.

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          Der „Islamische Staat“ ist auf dem Rückzug, sein Herrschaftsgebiet schrumpft: Vor zwei Jahren, auf dem Höhepunkt seiner Macht, hatte er noch über eine Fläche von Großbritannien geherrscht. Heute, just nach dem Verlust der strategisch wichtigen Stadt Manbidsch, entspricht die Größe des Terrorstaats nur noch der Fläche Irlands.

          Dennoch ist der IS längst nicht besiegt. Seine Propaganda ist martialisch wie zuvor, die Führung nicht durch Spaltungen geschwächt, und immer wieder nutzt er Schwächen seiner Gegner, um zurückzukehren. Zudem hilft ihm der Terror, der in seinem Namen in Europa verübt wird, um nicht als Verlierer dazustehen.

          Daher überrascht es nicht, dass sich weiter junge fanatisierte Islamisten aus der Mitte unserer Gesellschaft anwerben lassen, um sich dem IS anzuschließen. Dass jeder vierte, der aus Deutschland nach Syrien zieht, aus der Türkei stammt, ist gemessen am Anteil der Türken an allen Muslimen wenig. Andere sind anfälliger. Sie lassen sich nicht von den Rückschlägen des IS entmutigen, sind keine Abenteurer mehr. Das zeugt von einer gestiegenen Radikalisierung.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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