https://www.faz.net/-gpf-8iebd

Kampf gegen den IS : Irakische Armee auf dem Vormarsch nach Mossul

  • Aktualisiert am

Ein irakischer Soldat nach der Einnahme von Falludscha Bild: Reuters

Die irakische Armee zieht Richtung Norden: Nach der Befreiung von Falludscha soll sie nun auch Mossul vom IS befreien. Gleichzeitig verschärft sich das Flüchtlingsdrama in dem Land dramatisch.

          2 Min.

          Nach der Einnahme von Falludscha bringt sich die irakische Armee für einen Sturm auf die IS-Hochburg Mossul in Stellung. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen rückten am Samstag zwei Divisionen der Armee sowie für den Anti-Terror-Kampf geschulte Elite-Einheiten in Richtung Kajara vor. Der Ort liegt etwa 60 Kilometer südlich von Mossul, die faktische Hauptstadt der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) im Irak. „Durch den Beginn des Einsatzes zur Befreiung von Kajara wird den Terroristen eine Atempause verwehrt“, erklärte Verteidigungsminister Chaled al-Obaidi auf Twitter. In der Nähe von Kajara liegt ein Flugfeld, das als Ausgangspunkt für eine Offensive gegen Mossul dienen könnte.

          Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi hat angekündigt, die Armee werde Mossul noch dieses Jahr einnehmen. Unklar ist allerdings, ob die irakischen Streitkräfte dazu bereit sein werden. Die Nachrichtenagentur Reuters hat aus hochrangigen Offizierskreisen erfahren, dass die Armee zunächst sekundäre Islamisten-Hochburgen wie Schirkat und Hawidscha links liegenlassen will, um sich auf Mossul zu konzentrieren.

          Al-Abadi hatte am Freitag die Rückeroberung von Falludscha bekanntgegeben. Nach Angaben aus Polizei-Kreisen waren am Samstag jedoch weiterhin sieben nördliche Bezirke in der Hand des IS. Die irakischen Truppen werden von der amerikanischen Luftwaffe unterstützt.

          Bis zu 80.000 Menschen aus Falludscha geflohen

          Nach dem Vormarsch von Regierungskräften ins Zentrum von Falludscha verschärft sich das Flüchtlingsdrama in der Region. In den vergangenen Tagen seien rund 15.000 Menschen in einem Flüchtlingslager in der Nähe Falludschas eingetroffen, sagte die irakische Parlamentsabgeordnete aus der Provinz Al-Anbar, Lika Wardi, am Samstag. Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder.

          Die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC) schätzt, dass seit Donnerstag bis zu 20.000 Zivilisten geflohen sind. Damit erhöhe sich die Gesamtzahl der Flüchtlinge aus Falludscha auf etwa 50.000 Menschen. Die Parlamentsabgeordnete Wardi geht sogar von mehr als 80.000 Flüchtlingen aus.

          Die Befreiung von Falludscha hat bis zu 80.000 Menschen zu Flüchtlingen gemacht.

          Die Flucht sei nach wie vor extrem gefährlich, da die Menschen zu Fuß gehen müssten, erklärte der NRC. Sechs Menschen seien durch Sprengfallen ums Leben gekommen, ein Mann an Erschöpfung gestorben. Den Hilfsorganisationen fehlt es zudem akut an Geld, um die notleidenden Menschen zu unterstützen. Die Vereinten Nationen haben 2016 nach eigenen Angaben erst 31 Prozent des Geldes erhalten, das sie für die Versorgung von mehr als sieben Millionen Irakern in Not benötigen. Der NRC-Direktor für den Irak, Nasr Muflahi, rief die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.

          Weitere Themen

          Von der Leyen kann noch nicht aufatmen

          Kein grünes Licht für Ungar : Von der Leyen kann noch nicht aufatmen

          Der Start von Ursula von der Leyens neuer EU-Kommission bleibt in der Schwebe: Der Kommissarkandidat aus Ungarn muss in die Nachbefragung. Und wegen Großbritanniens Weigerung, vor den Neuwahlen einen Bewerber zu nominieren, leitet Brüssel derweil ein Strafverfahren ein.

          Topmeldungen

          Muss weiter um den Starttermin als Kommissionspräsidentin bangen: Ursula von der Leyen

          Kein grünes Licht für Ungar : Von der Leyen kann noch nicht aufatmen

          Der Start von Ursula von der Leyens neuer EU-Kommission bleibt in der Schwebe: Der Kommissarkandidat aus Ungarn muss in die Nachbefragung. Und wegen Großbritanniens Weigerung, vor den Neuwahlen einen Bewerber zu nominieren, leitet Brüssel derweil ein Strafverfahren ein.
          Ort einer Tragödie: S-Bahnhof Frankenstadion in Nürnberg (Archivbild)

          Am S-Bahnsteig : Stoß mit tödlichem Ende

          Zwei Jugendliche sind in Nürnberg angeklagt, zwei Schüler ins Gleisbett geschubst zu haben. Die beiden Jungen hatten keine Chance: Den Angriff konnten sie nicht sehen – die Täter standen hinter ihnen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.