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Internationale Reaktionen : „Ein Anschlag auf die gesamte Menschheit“

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Der amerikanische Präsident Barack Obama gibt in Washington eine Stellungnahme zu den Anschlägen in Paris ab. Bild: AP

Weltweit rufen Staats- und Regierungschefs zur Solidarität mit Frankreich auf. Präsident Obama will alles zu tun, um die Terroristen zur Verantwortung zu ziehen.

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          Politiker vieler Länder haben die Anschläge in Paris verurteilt und Frankreich Solidarität versprochen. Bundespräsident Joachim Gauck sagte laut einer Mitteilung vom frühen Samstagmorgen: „Ich bin tief erschüttert angesichts der Nachrichten, die uns aus Frankreich erreichen. Meine Gedanken sind bei den Opfern, Ihren Angehörigen und dem französischen Volk.“

          Ähnlich äußerte sich auch Kanzlerin Angela Merkel in einer Mitteilung. Sie beschrieb die Lage als einen „offensichtlich terroristischen Angriff“. Die Bundesregierung stehe in Kontakt mit der französischen Regierung und habe ihr die Anteilnahme und Solidarität der Menschen in Deutschland übermittelt. Am Samstagmorgen will sich Merkel um 9.00 Uhr im Kanzleramt persönlich zu den Vorgängen in der französischen Hauptstadt äußern.

          Obama sagt Frankreich Unterstützung zu

          Der amerikanische Präsident Barack Obama verurteilte die Anschläge als „abscheulichen Versuch“, unschuldige Zivilisten zu terrorisieren. Es handele sich nicht nur um Anschläge auf Paris oder das französische Volk, sondern auf die gesamte Menschheit, sagte Obama in Washington. Er bot die Hilfe Amerikas bei der Bekämpfung des Terrors an. „Wir stehen bereit, jedwede Unterstützung zu leisten, die die Regierung und die Bevölkerung Frankreichs benötigen.“ Frankreich sei der älteste Verbündete der Vereinigten Staaten. Das französische Volk habe immer wieder Schulter an Schulter mit Amerika gestanden. „Wir werden tun, was immer auch getan werden muss, um diese Terroristen zur Verantwortung zu ziehen“, sagte der Präsident. „Diejenigen, die glauben, sie können das französische Volk oder die Werte, für die es steht, terrorisieren, liegen falsch.“

          Der britische Premierminister David Cameron bot ebenfalls Hilfe an. Großbritannien werde tun, „was immer wir tun können, um zu helfen“, sagte er am Freitagabend. Er sei in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, sprach Frankreich sein „tiefstes Beileid“ aus. Als Land, das schon viele Terroranschläge erlebt habe, könne die Türkei den Schmerz Frankreichs „vollkommen verstehen“, sagte Erdogan in einer vom Fernsehen übertragenen Erklärung. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, im Kampf gegen den Terrorismus einen „Konsens“ zu erreichen.

          In Deutschland zeigten sich Politiker aller großen Parteien betroffen. „Wir weinen um die unschuldigen Toten von Paris. Aber wir werden uns niemals beugen dem Hass, dem Fanatismus und der Gewalt!“, schriebt Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) auf Twitter. „Paris ist der Sehnsuchtsort der Freiheit. Man kann es bomben – nur zerstören kann man es nicht!“

          Amerika : Obama verurteilt Attentate von Paris als Angriff auf die gesamte Menschheit

          Bei der SPD äußerte sich die stellvertretende Bundesvorsitzende und nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf Twitter mit den Worten: „Ich bin tief betroffen. Meine Gedanken sind bei unseren französischen Freunden. Welcher Wahnsinn.“ Der Linke-Vorsitzende Bernd Riexinger schrieb in dem Kurznachrichtendienst: „Ich bin entsetzt über die Gewalt in Paris, traurig und bestürzt über die vielen getöteten Menschen und in Gedanken bei ihren Familien.“ Grünen-Chef Cem Özdemir schrieb: „Wir sind bei den Menschen von Paris und ganz Frankreich. Was für ein Horror.“

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