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Frankreichs Präsident : Hollande fordert mehr deutsche Unterstützung

Präsident Hollande und Bundeskanzlerin Merkel am Mittwoch in Paris Bild: Reuters

Frankreich erwartet von Deutschland mehr Hilfe im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“. Im Beisein von Kanzlerin Merkel erklärte Präsident Hollande, ein stärkeres militärisches Engagement Deutschlands wäre „ein willkommenes Signal“.

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          Solidarität, aber auch militärischen Beistand hat Angela Merkel am Mittwochabend dem französischen Präsidenten Francois Hollande im Elysée-Palast zugesichert. Die Bundeskanzlerin sagte: „Wir werden an der Seite Frankreichs stehen“. Sie kündigte an, dass die Bundeswehr in Mali künftig „mehr Verantwortung“ übernehmen werde, um Frankreich militärisch zu entlasten. Sie schloss auch militärische Hilfe der Bundeswehr beim Kampfeinsatz der französischen Armee gegen Stellungen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien und im Irak nicht aus. Sie sprach allerdings keine Einzelheiten einer möglichen Hilfe an.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Francois Hollande sagte, ein stärkeres militärisches Engagement Deutschlands wäre „ein willkommenes Signal“. Er wisse, dass er auf Deutschland zählen könne, „wenn das Unglück unser Land trifft“.  Bei ihrem Abendessen wollten Hollande und Merkel auch über die EU-Flüchtlingskrise sprechen. Hollande stellte klar, dass Frankreich es weiterhin für seine Pflicht hält, Verfolgten Asyl zu gewähren. Es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, als seien Flüchtlinge potentielle Terroristen, mahnte Hollande. Hingegen sei das Risiko groß, dass sich Terroristen in die Flüchtlingsströme mischten. Deshalb müsse die EU ihre Außengrenzen viel besser kontrollieren als bisher.

          Merkel pflichtete ihm bei. Die Bundeskanzlerin sagte, es sei für sie ein „sehr bewegender Moment“ gewesen, als sie am Place de la République kurz zuvor zum Gedenken an die 130 Terroropfer eine Rose niedergelegt hatte. An der Seite von Präsident Hollande und der Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hatte sie vor dem Abendessen im Elysée-Palast mehrere Minuten vor der Statue auf dem Platz ausgeharrt, die der Republik gewidmet ist. „Wir werden stärker als der Terror sein“, sagte sie.

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