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Terror in Paris : Wer war die Frau mit dem Sprengstoffgürtel?

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Hasna Aitboulahcen, die Cousine des Drahtziehers der Anschläge von Paris Abdelhamid Abaaoud Bild: Twitter

Hasna Aitbouhlacen gehörte zum innersten Zirkel der Terroristen von Paris. Als Polizisten sie verhaften wollten, sprengte sie sich selbst in die Luft. Über ihr Leben gibt es nun immer mehr Informationen – und auch über ihre letzten Worte.

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          Bei der Frau, die sich beim Antiterror-Einsatz im Pariser Vorort Saint-Denis in die Luft gesprengt hat, handelt es sich um die Cousine des Drahtziehers der Anschläge. Das verlautete am Donnerstag aus Ermittlerkreisen in Paris. Am Abend tauchte ein Video im Netz auf, auf dem zu hören sein soll, was sich abspielte, als eine Eliteeinheit der französischen Polizei ihr Wohnhaus stürmt:

          Demnach schreit ein französischer Polizist Hasna Aitboulahcen an: „Wo ist dein Freund?“

          Sie antwortet: „Er ist nicht mein Freund.“

          Der Polizist noch einmal: „Wo ist er?“

          Hasna Aitboulahcen schreit nochmal „Er ist nicht mein Freund.“ Nur einen Moment später hört man die Detonation des Sprengstoffgürtels, der sie in Stücke reißt, als sie sich selbst in die Luft sprengt. Bei dem Einsatz wurde auch der Drahtzieher Abdelhamid Abaaoud getötet. Er starb im Kugelhagel der Polizisten.

          Am Donnerstag fand im Haus der Mutter der 26-Jährigen in der nordöstlich von Paris gelegenen Stadt Aulnay-sous-Bois eine Razzia statt. Die gesamte Nachbarschaft sei abgesperrt worden, sagte ein Anwohner. Das Haus in dem die Razzia stattfand, ist nach dem Einsatz einsturzgefährdet, wie der Chef der Sondereinheit, Jean-Michel Fauvergue bestätigte.

          Der Besitzer des Hauses, gab kurz nach der Stürmung noch freimütig ein Interview. Bei der Vermietung der Wohnung habe er nur einem Freund einen Gefallen tun wollen. Kurz darauf wird auch er von der Polizei abgeführt.

          Die Identität der Frau wurde noch nicht offiziell bestätigt, dennoch kursieren viele Informationen über Hasna Aitboulahcen: Geboren in Clichy-la-Garenne, von ihrer Mutter im Großraum Paris aufgezogen. Das Haus ihres Vaters in der ostfranzösischen Gemeinde Creutzwald war nach Angaben aus Ermittlerkreisen bereits am Mittwochabend durchsucht worden. In Creutzwald wollen sich auch Nachbarn an Hasna Aitboulahcen erinnern können, obwohl sie schon seit fünf Jahren nicht mehr dort gesehen worden sein soll. Extrovertiert und verpeilt, sagen die Menschen – niemand der man einen Selbstmordattentat zutrauen würde.

          Im französischen Handelsregister war wohl ein Bauunternehmen auf ihren Namen eingetragen: Beko Constructions. 2014 wird das Unternehmen liquidiert, Hasna Aitboulahcen hat sich anscheinend anderen Geschäftszweigen zugewandt: Die Polizei ermittelte wegen Drogenhandels gegen sie.

          Laut Aussage ihres Bruder hatte sich die junge Frau im vergangenen halben Jahr radikalisiert und angefangen, einen Ganzkörperschleier zu tragen. Vor drei Wochen sei sie in den Pariser Vorort Drancy gezogen. Dort lebte auch der frühere Busfahrer Samy Amimour, der am vergangenen Freitag mit zwei weiteren Angreifern 89 Menschen in der Pariser Konzerthalle Bataclan tötete.

          Der 28-jährige Abaaoud gehörte der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) an, die sich zu den Attentaten mit insgesamt 129 Toten in Paris bekannt hatte. Frankreichs Premierminister Manuel Valls bezeichnete ihn als „einen der Drahtzieher“ der Anschläge. Nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve war der Islamist zudem in vier der sechs seit dem Frühjahr in Frankreich vereitelten Attentate verwickelt.

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