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F.A.Z. exklusiv : BKA-Chef: 380 Hinweise auf mögliche Terroristen

  • Aktualisiert am

BKA-Chef Holger Münch Bild: dpa

Das Bundeskriminalamt hat Hinweise auf zahlreiche potentielle Terroristen, die mit dem Flüchtlingsstrom nach Deutschland gekommen sind. Zu möglichen Anschlägen bei der EM äußert sich BKA-Chef Münch dennoch vorsichtig.

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          Das Bundeskriminalamt hat bereits mehr als 380 Hinweise auf angebliche Mitglieder oder Unterstützer von terroristischen Gruppierungen erhalten, die mit dem Flüchtlingsstrom nach Deutschland gekommen sind. Das sagte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, der F.A.Z. Diese Hinweise seien von Flüchtlingen und anderen Sicherheitsbehörden gekommen.

          Aus manchen Hinweisen sind Ermittlungsverfahren entstanden  „Wir führen derzeit 49 Ermittlungsverfahren gegen Personen, die im Flüchtlingsstrom gereist sind“, so Münch . „Nicht hinter jedem Verfahren muss am Ende ein terroristischer Sachverhalt stehen“, ergänzte er. „Es kann sich ebenso um Kriegsverbrechen, begangen in Syrien oder dem Irak, handeln.“ Münch sagte auch: „Bei den meisten Hinweisen bestätigt sich der Terrorismusverdacht also nicht.“

          Der BKA-Präsident äußerte sich auch zur Festnahme dreier syrischer Asylbewerber in Düsseldorf. Er bestätigte, dass der Hinweis aus Frankreich gekommen sei, wo sich der vierte Verdächtige selbst gestellt und die Namen der drei anderen genannt habe. Am Freitag ordnete derweil ein Bundesrichter auch für den dritten Terrorverdächtigen Untersuchungshaft an.

          Keine Terrorwarnung für die EM

          Für die Europameisterschaft in Frankreich hat das BKA laut Münch aktuell keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen. Es gebe derzeit „keine Hinweise, die auf konkrete Anschlagsplanungen hindeuten“, sagte er.

          Das BKA habe eine Gefährdungsbewertung erstellt, aber entgegen anderslautender Berichte keine Terrorwarnung für die EM ausgesprochen. „Das haben wir nicht getan“, so Münch, „es gab keine Terrorwarnung“. Allerdings habe man auf die Notwendigkeit hingewiesen, „einen sehr hohen Sicherheitsstandard zu gewährleisten und mit den französischen Behörden eng zusammenzuarbeiten“.

          Das tue seine Behörde auch. Mit Blick auf die Sicherheit bei der EM sagte er: „Es gibt immer Restrisiken.“ Die Franzosen ergriffen aber gerade nach den Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen.

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