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Attentäter von Paris : Sie lernten das Morden in Syrien

Abdelhamid Abaaoud: Sein Name taucht auch in verschiedenen anderen terroristischen Zusammenhängen auf. Bild: Reuters

Noch immer ist unklar, wie viele Dschihadisten an den Anschlägen von Paris beteiligt waren. Ein Muster ist jedoch erkennbar: Alle bislang identifizierten Täter haben für den IS in Syrien gekämpft.

          Viele der ersten Ermittlungsergebnisse entsprechen dem bekannten Muster: Die bislang identifizierten Attentäter sind alle männlich, zwischen 20 und 31 Jahre alt, haben einen arabischen Migrationshintergrund und sind in den Banlieues von Paris und Brüssel aufgewachsen. Einige von ihnen waren der Polizei bereits bekannt. Ismael Omar Mostefai war als Kleinkrimineller auffällig geworden; gegen Samy Amimour, einen der Attentäter auf das „Bataclan“, lief sogar ein Ermittlungsverfahren, er stand bis er abtauchte unter Überwachung der Justiz. Anders als die Attentäter vom Januar, Amédy Coulibaly und Chérif Kouachi, hat allerdings nach bisherigen Erkenntnissen keiner von ihnen eine Haftstrafe verbüßt. Gefängnisse, die teils als „Durchlauferhitzer“ für Islamisten bezeichnet werden, spielen für ihre Radikalisierung demnach keine Rolle. Die Attentäter verbindet hingegen, dass sie sich nach Medienangaben alle zeitweise in Syrien aufgehalten haben.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Anschläge in Syrien geplant wurden, wurde am Dienstag bekannt. Der Sprecher eines IS-Bekennervideos soll nach Medienangaben der Islamist Fabien Clain sein, der sich derzeit in der syrischen Stadt Raqqa aufhalten soll. Der Franzose, der dem französisch-algerischen Terroristen Mohammed Merah nahesteht, soll seit Jahren in der islamistischen Szene in Frankreich aktiv gewesen sein, bevor er sich nach Syrien absetzte und von dort IS-Propaganda verbreitete.

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          Ein weiterer Draht nach Syrien ist der belgische Dschihadist Abdelhamid Abaaoud, der als „Gehirn“ hinter den Kommandos von Paris angesehen wird. Der 27 Jahre alte Belgier mit marokkanischen Wurzeln, der im Brüsseler Stadtteil Molenbeek aufwuchs, war nach Informationen der Behörden mehrfach zu Kampfeinsätzen in Syrien. Die Polizei hat die Spur zu dem Mann, der in Belgien im Juli in Abwesenheit zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, verloren. Sein Mobiltelefon war noch einmal in Griechenland geortet worden, was nahelegt, dass er sich nun ebenfalls in Syrien aufhält. Abaaoud soll in den Jahren 2010 und 2011 zusammen mit Salah Abdeslam diverse Straftaten in Brüssel begangenen haben. Der Name Abaaoud taucht auch in verschiedenen anderen terroristischen Zusammenhängen auf, etwa mit dem Anschlag im Thalys-Zug im August und dem vereitelten Angriff auf die Kirche von Villejuif.

          Einige weitere Erkenntnisse konnte die Polizei am Dienstag bekanntgeben. Das Versteck der Attentäter befand sich demnach in Bobigny, einem Vorort im Osten von Paris. Brahim Abdeslam, der sich am Freitagabend in der Rue Voltaire in die Luft gesprengt hat, und sein Bruder Salah, nach dem die Behörden weiter fahnden, haben dort nach Angaben der Behörden eine Wohnung angemietet. Dort sollen sich „mehrere Mitglieder des Kommandos“ vom 10. bis 17. November aufgehalten haben. In der Wohnung fanden die zwar keine Waffen, aber Mobiltelefone und Chipkarten, die gerade ausgewertet werden. Die Ermittler konnten die Wohnung aufspüren, nachdem sie das Navigationsgerät des Seat ausgewertet hatten, von dem aus die Attentäter am Freitagabend auf verschiedene Bars und Restaurants im 10. und 11. Arrondissement gefeuert hatten. Der Wagen wurde am Sonntagmorgen in Montreuil, östlich von Paris, aufgefunden.

          Samy Amimour: Einer der Attentäter auf das „Bataclan“.

          Salah Abdeslam hat nach Angaben der Polizei außerdem zwei Hotelzimmer in Alfortville östlich von Paris angemietet. Es soll den Terroristen vom 12. November an für eine Woche als Unterschlupf gedient haben. Die Ermittler fanden in den Zimmern Essensreste und DNA-Spuren, die noch ausgewertet werden. Die Polizei stieß auf die Hotelzimmer durch die Auswertung von Salah Abdeslams Bankkarte. Am Dienstagmorgen fanden Ermittler außerdem einen schwarzen Clio im Pariser 18. Arrondissement. „Der Wagen könnte zur Vorbereitung des Attentats gedient haben“, hieß es vonseiten der Beamten. Er sei auf der Autobahn A1 gesehen worden, die von Paris zur belgischen Grenze führt.

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