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Einsatz in mehreren Städten : Terror-Razzien enden ohne Haftbefehl

  • Aktualisiert am

Ein Polizist während eines Anti-Terror-Einsatzes in Jena Bild: dpa

In mehreren Bundesländern laufen seit Dienstagmorgen Anti-Terror-Einsätze der Polizei. Im Mittelpunkt der Ermittlungen wegen Terrorismusfinanzierung soll ein 28 Jahre alter Tschetschene stehen.

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          In fünf Bundesländern haben Spezialeinheiten der Polizei am Dienstag Wohnungen wegen des Verdachts auf Terror-Planungen durchsucht. Einsatzkommandos gingen nach Angaben des Landeskriminalamtes in Erfurt in zwölf Wohnungen und einer Gemeinschaftsunterkunft in Thüringen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bayern vor. Anlass der Ermittlungen war nach den Angaben der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Eine konkrete Anschlagsgefahr gab es nach den bisherigen Ermittlungen nicht.

          Zu Festnahmen ist es nach Auskunft der Polizei nicht gekommen. „Es gibt keinen Haftbefehl“, sagte eine Sprecherin des Thüringer Landeskriminalamtes am Dienstagnachmittag in Erfurt. Hauptverdächtig sei ein 28 Jahre alter Tschetschene mit russischem Pass, der als Asylbewerber im thüringischen Suhl leben soll.

          Er soll beabsichtigt haben, sich der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien anzuschließen. Ermittlungen wegen Terrorismusfinanzierung richteten sich gegen weitere 13 beschuldigte Tschetschenen – zehn Männer und drei Frauen. Bei allen Beschuldigten handelt es sich nach Polizeiangaben um Asylsuchende, deren Aufenthaltsstatus in Deutschland bisher nicht geklärt ist.

          Der Verdacht auf Sprengstoff in einer Unterkunft habe sich nicht bestätigt. Ein weißes Pulver würde aber untersucht. Die Substanz sei ungefährlich.

          In Thüringen fanden die Polizeiaktionen nach Informationen des MDR in Jena, Suhl, Schmalkalden und Hildburghausen statt. In Nordrhein-Westfalen sei Dortmund betroffen gewesen. In München kontrollierten Ermittler zwei Tschetschenen mit russischer Staatsbürgerschaft. Diese hätten in der vergangenen Nacht im Auftrag einer thüringischen Sicherheitsfirma bei einem Asylbewerberheim gearbeitet, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in München. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

          Zwölf Wohnungen durchsucht : Razzien in fünf Bundesländern gegen Terrorverdächtige

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