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Anschlagserie in Paris : Wo die Terroristen zuschlugen

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Die Terrorwelle in Paris ist seit dem Zweiten Weltkrieg ohne Beispiel. An mindestens sechs Orten in der Stadt verbreiteten Attentäter Horror und Schrecken – ein Überblick.

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          Die Anschläge in Paris sind an mindestens sechs verschiedenen Orten erfolgt, die teilweise nah beieinanderliegen. Eine Übersicht über die Schauplätze der Gewalt:

          Konzertsaal Bataclan: Mindestens vier schwer bewaffnete, unmaskierte Männer stürmen während eines Rockkonzerts in das Gebäude und eröffnen das Feuer. Dabei schreien sie „Allahu Akbar“ (Gott ist groß). Es folgt eine fast dreistündige Geiselnahme in dem Konzertsaal am Boulevard Voltaire. „Ich habe sie ganz klar zu den Geiseln sagen hören ,Hollande ist Schuld, euer Präsident ist Schuld, er hat nicht in Syrien einzugreifen.' Sie haben auch über den Irak gesprochen“, berichtet der 35-jährige Augenzeuge Pierre Janaszak später. Ein anderer sagt: „Die Typen sind gekommen, sie haben am Eingang begonnen zu schießen.“ Die Polizei stürmt den Konzertsaal kurz vor 0.30 Uhr, der Einsatz ist gegen 01.00 Uhr beendet. Hundert Menschen sind tot, darunter vier Angreifer. Drei von ihnen haben sich mit einem Sprengstoffgürtel selbst in die Luft gesprengt. Der vierte, der auch einen solchen Gürtel trägt, wird von Polizeikugeln getroffen und beim Fallen explodiert auch sein Sprengstoff.

          Außensicht auf das Musiktheater Bataclan, in dem an diesem Abend vor 1500 Zuschauer eine amerikanische Rockband spielte.

          Fußballstadion Stade de France: Fast zeitgleich zum Angriff auf den Konzertsaal ereignet sich um 21.20 Uhr in der Umgebung des Stadions im Norden von Paris eine erste Explosion. Dort soll nächstes Jahr im Juli das Finale der Fußball-Europameisterschaft stattfinden und nicht weit davon, in Bourget, soll am 30. November die große, internationale Klimakonferenz abgehalten werden. Es folgen weitere Explosionen, eine in der Nähe eines McDonald's-Restaurants. Präsident Hollande, der bei dem Fußballspiel Frankreich-Deutschland am Freitagabend ebenso anwesend war wie Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), wird sofort in Sicherheit gebracht. Die Ein- und Ausgänge zum Stadion werden abgeriegelt. Vier Menschen werden bei der Detonation getötet, darunter drei Angreifer, die wie im Bataclan Sprengstoffgürtel zünden. 

          Erst wurde das Stadion abgeriegelt, später begann das Evakuieren der Besucher. Es brach keine Panik aus.

          Rue de la Fontaine au Roi: Wenige hundert Meter vom Bataclan entfernt ist die Terrasse der Pizzeria „La Casa Nostra“ das Ziel eines Anschlags. Fünf Menschen werden durch Schüsse aus einer automatischen Waffe getötet, wie der 35-jährige Augenzeuge Mathieu berichtet. „Es waren mindestens fünf Tote um mich herum, andere auf der Straße, überall Blut.“ Ein anderer Zeuge sieht „einen schwarzen Ford Focus“, aus dem geschossen wird.

          Einsatzwagen in der Nähe des Anschlagortes in der Rue de la Fontaine au Roi

          Boulevard Voltaire: Nach Angaben aus Justizkreisen gibt es auch dort einen Angriff mit einem Toten. Unklar ist aber, wie weit dieser Ort vom Bataclan entfernt ist. Später heißt es, ein Attentäter habe auf dem Boulevard Voltaire seinen Sprengstoffgürtel zur Explosion gebracht und sei tot.

          Ein Polizist im Cafe Comptoir Voltaire in Paris

          Rue Alibert/Rue Bichat: Etwas weiter nördlich kommt es an der Ecke der Straßen Bichat und Alibert zu Schüssen auf der Terrasse des Restaurants „Le Petit Cambodge“. Dort werden 14 Menschen getötet. „Es war surreal, alle lagen am Boden, niemand bewegte sich“, erzählt eine Augenzeugin.

          EInsatzwagen in der Nähe des Restaurants „Petit Cambodge“

          Rue de Charonne: Ähnliche Szenen spielen sich etwas weiter östlich in der Rue de Charonne ab, wo 18 Menschen getötet werden. Ein Mann berichtet, er habe „zwei, drei Minuten“ lang Schüsse gehört. Nach seinen Angaben waren ein Café und ein japanisches Restaurant das Ziel der Schüsse.



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