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Anschlag in Nizza : Was wissen wir?

  • Aktualisiert am

Polizisten am Donnerstagabend am Tatort Bild: dpa

Gegen 22.30 Uhr ist ein Lastwagen in die feiernde Menschenmenge in Nizza gerast. Mindestens 84 Menschen sind tot, viele weitere verletzt. Die Identität des Täters ist geklärt, auch gibt es neue Details zum Ablauf.

          Mindestens 84 Menschen sind in der südfranzösischen Stadt Nizza ums Leben gekommen, als ein Mann am französischen Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge raste. Noch sind viele Fragen unbeantwortet. Ein Überblick:

          WAS WIR WISSEN:

          - Gegen 22.30 Uhr am Donnerstagabend raste ein Mann mit einem Lastwagen in eine feiernde Menschenmenge auf der Flaniermeile Promenade des Anglais. Er kam mit dem 19 Tonnen schweren Fahrzeug zwei Kilometer weit. Um 23 Uhr kam der Wagen zum Stillstand. Éric Ciotti, Abgeordneter der französischen Nationalversammlung, sagte dem Radiosender „Europe 1“, dass eine Person auf die Vorderseite des Lastwagens gesprungen war, um ihn anzuhalten. Erst dann sei die Polizei in der Lage gewesen, den Täter zu stoppen, so Ciotti.

          - Die Polizei tötete den Fahrer dann. Auf Bildern sind Einschusslöcher in der Windschutzscheibe zu sehen.

          - Mindestens 84 Menschen starben, darunter zehn Kinder und Jugendliche. 202 wurden verletzt, zudem schweben nach Angaben des Staatspräsidenten 52 Schwerverletzte in Lebensgefahr. Die Lokalzeitung „Nice-Matin“ berichtet, dass außerdem mehr als 50 Kinder nach dem Anschlag in Krankenhäuser gebracht werden mussten. Zwei der Kinder seien am Freitag bei einer Operation gestorben, sagte eine Sprecherin des Kinderkrankenhauses Lanval.

          - Nach ersten Erkenntnissen sind auch mindestens drei Deutsche unter den Opfern. Das berichtet der Fernsehsender „RBB“. Bei den Opfern soll es sich um eine Lehrerin und zwei Schüler aus Berlin handeln, die im Rahmen einer Abifahrt nach Nizza gereist waren. Die Berliner Senatsverwaltung bestätigte das noch nicht.

          - Es gab keine Geiselnahme. Entsprechenden Medienberichten widerspricht das französische Innenministerium.

          - Frankreichs Präsident François Hollande verlängerte den Ausnahmezustand in Frankreich, der am 26. Juli hätte enden sollen, um drei Monate. Zusätzliche Sicherheitskräfte sind im Einsatz.

          - Hollande sprach vom „terroristischen Charakter“ der Tat, Innenminister Bernard Cazeneuve nannte den Fahrer des Lastwagens einen Terroristen.

          - Der Täter war Mohamed Lahouaiej Bouhlel, ein 31 Jahre alter Tunesier, der in Nizza lebte. Das bestätigten die Behörden am Freitag. Entsprechende Ausweispapiere seien in dem Wagen gefunden worden. Wie die Zeitung „Le Monde“ berichtet, soll der Mann zwar tunesischer Staatsbürger gewesen sein, hatte wohl aber eine Aufenthaltsgenehmigung für Frankreich. Die Wohnung des Attentäters in einem nördlichen Stadtteil von Nizza wurde wohl am Freitagmorgen von Polizisten durchsucht. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Nachbarn.

          - Bouhlel war den französischen Geheimdiensten unbekannt. Er war aber im März wegen Bedrohung, Gewalt, Diebstahls und Sachbeschädigung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

          Einschusslöcher auf der Frontscheibe des Tatfahrzeugs Bilderstrecke

          WAS WIR NICHT WISSEN:

          - Bisher ist nichts über das Motiv für die Tat bekannt. Präsident Hollande sagte, das ganze Land sei vom islamistischen Terror bedroht. Ob der Täter einen islamistischen Hintergrund hat, ist aber unklar. Der Mann sei nur durch allgemeine Vergehen zuvor kriminell auffällig gewesen, heißt es in französischen Medien unter Berufung auf Ermittler. Der Mann sei den Geheimdiensten nicht als politisch und islamistisch radikalisiert bekannt gewesen, hieß es weiter.

          - Unklar ist, ob es sich um einen Einzeltäter handelt. Hollande sagte, es gebe bisher keine Hinweise auf Komplizen.

          - Ob weitere Deutsche unter den Opfern sind, ist nicht bekannt. Das Auswärtige Amt steht in Kontakt mit den französischen Behörden.

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