https://www.faz.net/-gpf-8jdz4

Anschlag in Nizza : Fahrzeuge als tödliche Terrorwaffen des IS

  • Aktualisiert am

Zu spät gestoppt?: Der von Polizeikugeln durchsiebte Lastwagen, den der Täter für seine tödliche Attacke auf der Strandpromenade von Nizza benutzte. Bild: AP

Zu Attacken mit Autos auf Zivilisten und Soldaten aus westlichen Ländern hat die Terrormiliz IS auch schon vor dem Lastwagenanschlag von Nizza aufgerufen. Bei zwei Anschlägen von IS-Anhängern wurden Fahrzeuge als Waffen benutzt.

          1 Min.

          Ein Fahrzeug als tödliche Waffe: Mindestens 80 Menschen hat ein Angreifer am Abend des französischen Nationalfeiertags in Nizza getötet, als er mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge raste. Zwar waren die Motive des Mannes zunächst unklar. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte ihre Anhänger aber bereits aufgerufen, auch Fahrzeuge als Waffen zu nutzen. Solche Attacken gab es in der Vergangenheit bereits in Kanada und Großbritannien.

          Im Mai 2013 fahren zwei Londoner nigerianischer Abstimmung in der britischen Hauptstadt den Soldaten Lee Rigby mit einem Auto an, bevor sie ihn erstechen. Einer der Angreifer ruft kurz danach, er wolle die „von britischen Soldaten getöteten Muslime“ rächen.

          Im Oktober 2014 rast ein 25-jähriger kanadischer Konvertit in einem Vorort von Montréal mit seinem Auto auf drei Soldaten. Er tötet einen der Männer und verletzt einen weiteren. Nach einer Verfolgungsjagd wird er schließlich erschossen. Der Angreifer wollte zum Dschihad nach Syrien reisen.

          Schon seit Jahren rufen das Terrornetzwerk Al-Qaida und der IS ihre Anhänger auf, im Westen „Ungläubige“ zu töten - egal mit welcher Waffe. IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani erklärte in einer im September 2014 verbreiteten Audiobotschaft, wenn jemand „keine Bombe zünden oder Kugel abfeuern“ könne, sei jedes andere Mittel recht. Konkret nannte al-Adnani unter anderem Messerattacken oder Angriffe mit einem Auto.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Durch ein neues Missbrauchsgutachten schwer belastet: der damalige Papst, Benedikt XVI., am 17. Oktober 2005 im Petersdom im Vatikan

          Missbrauch im Erzbistum München : Die Lüge Benedikts

          Ein Gutachten über sexuellen Missbrauch im Erzbistum München belastet den emeritierten Papst. Fragen wirft vor allem ein Sitzungsprotokoll aus dem Jahr 1980 auf.