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Anschlag in Istanbul : Türkische Behörden nehmen vier Personen fest

  • Aktualisiert am

Trauer am Ort des Anschlags: Bundesinnenminister und türkische Politiker legen Nelken nieder. Bild: dpa

Die türkischen Ermittler konnten den Attentäter von Istanbul einem Agenturbericht zufolge so schnell identifizieren, weil er Anfang des Jahres als Flüchtling registriert worden war. Vier Personen wurden inzwischen festgenommen.

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          Die türkischen Behörden haben im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag von Istanbul vier Personen festgenommen. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz weiter, der Attentäter sei als Flüchtling in die Türkei gekommen. Er sei aber nicht beobachtet worden, weil er auf keiner Gefährderliste gestanden habe.

          Der Selbstmordattentäter von Istanbul hat sich einem Medienbericht zufolge als Flüchtling in der Türkei registrieren lassen. Die Nachrichtenagentur DHA meldete unter Berufung auf die Polizei, dabei seien dem 27 Jahre alten Nabil Fadli am 5. Januar in Istanbul Fingerabdrücke abgenommen worden. Diese hätten nun dabei geholfen, ihn als Attentäter zu identifizieren. DHA berichtete weiter, Fadli sei bei der Registrierung von vier Menschen begleitet worden, nach denen jetzt gefahndet werde.

          Die arabische Tageszeitung „Al-Hayat“ zitierte am Mittwoch einen Sprecher des saudischen Innenministeriums, wonach Fadli in Saudi-Arabien geboren wurde. Er sei aber syrischer Staatsbürger gewesen und habe Saudi-Arabien bereits 1996 im Alter von acht Jahren mit seiner Familie verlassen.

          Zehn Todesopfer des Anschlags sind Deutsche. Noch sieben weitere Bundesbürger seien in Krankenhäusern in Istanbul, fünf von ihnen auf der Intensivstation, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch mit. Außerdem gebe es drei Leichtverletzte. „Nach bisherigem Ermittlungsstand liegen keine Hinweise darauf vor, dass der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet war“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Istanbul.

          Die türkische Regierung hat die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) für die Tat verantwortlich gemacht, die sich bislang nicht dazu bekannt hat. Der Attentäter hatte sich am Dienstag inmitten einer deutschen Reisegruppe in die Luft gesprengt. Zwei weitere Tote stammten aus Norwegen und Peru.

          Über das Wann und Wie einer Rückführung der Toten und Verletzten nach Deutschland ist noch nicht entschieden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums ist die Bundeswehr dazu „bereit und in der Lage“. Inzwischen befinden sich vier Beamte des Bundeskriminalamts BKA zur Unterstützung der Ermittlungen in Istanbul. Auch ein Kriseninterventionsteam des Auswärtigen Amts ist in die türkische Metropole gereist. Die betroffene Reisegruppe eines Berliner Veranstalters wird von Seelsorgern betreut. Die Gruppe mit 33 Mitgliedern war auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise, die Reisenden kamen aus dem gesamten Bundesgebiet.

          In der kommenden Woche soll in Berlin bei deutsch-türkischen Regierungskonsultationen über die Lage beraten werden. De Maizière sagte trotz des Anschlags: „Ich sehe keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzusehen.“ Man dürfe dem Terror nicht nachgeben. „Wir wollen unser Verhalten, unser Leben nicht verändern. Wir werden vor dem Terrorismus nicht zurückweichen.“ De Maizière fügte hinzu: „Ich bin zutiefst erschüttert über den Anschlag von gestern. Das war ein Anschlag gegen die Menschlichkeit.“

          Er kündigte an, Deutschland und die Türkei wollten ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Terrorismus verstärken. „In der nächsten Woche wird nicht nur mein türkischer Kollege nach Berlin kommen, sondern die Spitze der Regierung zu deutsch-türkischen Regierungskonsultationen“, sagte er. „Wenn die Terroristen zum Ziel gehabt haben sollten, die Zusammenarbeit von Partnern zu stören, zu zerstören oder zu gefährden, dann haben sie das Gegenteil erreicht. Deutschland und die Türkei rücken noch enger zusammen.“

          Der Bundesinnenminister und der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu besuchten am Mittwoch Verletzte. Anschließend fuhren beide zum Anschlagsort in der Nähe der Blauen Moschee im Altstadtviertel Sultanahmet. Dort legten der Minister und der Regierungschef rote Nelken nieder, die in der Türkei Ausdruck der Trauer sind.

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