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Kampf gegen den IS : „Wir eliminieren systematisch ihr Kabinett“.

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Abdelrahman al-Kaduli, hier auf einer undatierten Aufnahme, war den Angaben nach ein ranghohes Mitglied des „Islamischen Staates“. Bild: dpa

Die amerikanischen Streitkräfte haben gemeldet, neben anderen den IS-Vize und -Finanzminister Abdelrahman al-Kaduli getötet zu haben. Zugleich geriet die Terrormiliz in Syrien und im Nachbarland Irak militärisch massiv unter Druck.

          Die Vereinigten Staaten haben der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) einen schweren Schlag versetzt und die Nummer zwei der Extremisten getötet. Bei der Operation seien mehrere Anführer des IS ums Leben gekommen, sagte der amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter am Freitag in Washington. Er gehe davon aus, dass darunter auch der IS-Vize und -Finanzminister Abdul Rahman Mustafa al-Kaduli gewesen sei. „Wir eliminieren systematisch ihr Kabinett“, sagte Carter.

          Zugleich geriet die Terrormiliz in Syrien und im Nachbarland Irak militärisch massiv unter Druck. Die syrische Armee steht kurz vor der Rückeroberung der historischen Oasenstadt Palmyra aus den Händen der Extremisten. Am Freitag konnte sie die historische Zitadelle am Rande der Stadt einnehmen. Bereits am Donnerstag hatten irakische und kurdische Einheiten die erste Phase einer Offensive begonnen, mit der sie die IS-Hochburg Mossul im Nordirak befreien wollen.

          Al-Kaduli zählte zu den meistgesuchten Terroristen der Welt. Er war bis 2012 im Irak inhaftiert und schloss sich dann in Syrien dem IS an. Vor seiner Haft hatte er dem Terrornetzwerk Al Qaida angehört. Im vergangenen Frühjahr soll er Beobachtern zufolge zum Vize von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi aufgerückt sein.

          Laut Carter war er vor allem für die IS-Finanzflüsse verantwortlich. „Wir haben denjenigen unschädlich gemacht, der die Finanzierung all ihrer Operationen verantwortet hat und damit ihre Fähigkeit beschnitten, Kämpfer zu bezahlen und zu rekrutieren“, sagte Carter.

          Hilfe von den Russen

          Die Tötung Al-Kadulis ist innerhalb kurzer Zeit der zweite Schlag gegen die IS-Führung. Mitte März war der IS-„Kriegsminister“ mit dem Kampfnamen „Omar der Tschetschene“ – gestorben, nachdem er einige Tage zuvor in Syrien bei einem Luftangriff getroffen worden war. Es sei wichtig, Schläge gegen die Führungsstrukturen des IS auszuführen, aber kein ausreichendes Mittel für den Sieg über den Terrorismus. „Führungsfiguren können ersetzt werden“, sagte Carter.

          Im syrischen Palmyra eroberte die syrische Armee neben der historischen Zitadelle auch einen strategisch wichtigen Hügel, von dem aus man die archäologischen Stätten Palmyras überblicken kann. Es habe heftige Gefechte gegeben, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Russische Kampfflugzeuge flogen demnach massive Angriffe nahe den archäologischen Stätten.

          Palmyra gehört wegen der einzigartigen Bauwerke aus den ersten Jahrhunderten nach Christus zum Unesco-Weltkulturerbe. Der IS hatte die Stadt im Mai 2015 von der syrischen Armee eingenommen. Seitdem sprengten die Dschihadisten den rund 2000 Jahre alten Baal-Tempel sowie andere einzigartige archäolgische Stätten. Syriens Armee hatte ihre Offensive vor etwa zwei Wochen gestartet.

          „Ein Sturm im Wasserglas“

          Im Irak konnten die Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer mehrere Dörfer westlich der Stadt Machmur einnehmen, wie irakische Medien berichteten. Bei der Operation „Eroberung“ seien sie von amerikanischen Luftangriffen unterstützt worden, sagte ein Armeesprecher. Bis der eigentliche Angriff auf Mossul beginnt, könnten aber noch Monate vergehen. Die Kämpfe südöstlich der nordirakischen Metropole sind derzeit noch rund 70 Kilometer von der Stadt entfernt.

          Der IS hatte Mossul im Sommer 2014 unter seine Kontrolle gebracht – die Einnahme der zweitgrößten irakischen Stadt war einer der größten Erfolge der Extremisten. Die frühere Millionenstadt gilt neben Raqqa in Syrien als inoffizielle Hauptstadt der Terrormiliz. Nach westlichen Schätzungen haben die Extremisten inzwischen 40 Prozent des Gebietes verloren, das sie einst im Irak kontrollierten.

          Iraks Regierungschef Haidar al-Abadi hatte die Offensive zur Befreiung Mossuls im Februar im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur angekündigt. Der lang erwartete Angriff musste mehrfach verschoben werden, da es der Armee an Schlagkraft fehlte. Auch jetzt gibt es Zweifel. IS-Fachmann Charles Lister vom Middle East Institute in Washington twitterte, die Offensive sei ein „Sturm im Wasserglas“. Die Leistungsfähigkeit der Armee sei unzureichend.

          Neuer Selbstmordanschlag nahe Bagdad

          Am Freitag wurde der Irak derweil von einem weiteren Terroranschlag getroffen, bei dem 30 Menschen getötet wurden. Ein Attentäter habe sich während der Siegerehrung nach einem Fußballspiel in die Luft gesprengt, sagte ein Polizist. Der Anschlag habe sich in der Ortschaft Al-Asrija etwa 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Bagdad ereignet. 65 Menschen seien zudem verletzt worden. "Es sollte gerade der Siegerpokal übergeben werden, als der Attentäter sich in der Menge in die Luft sprengte", berichtete ein Polizist. Im Krankenhaus der nächstgelegenen größeren Stadt Iskandarijah wurde am Abend die Zahl der Toten bestätigt. "Auch der Bürgermeister starb im Krankenhaus an den bei der Explosion erlittenen Verletzungen", wie ein Arzt berichtete.

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