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Nach dem Terror in Paris : Belgien setzt Razzien fort

  • Aktualisiert am

Die Razzien am Dienstag in Brüssel wurde am Donnerstag fortgesetzt. Bild: AP

Am Donnerstag hat die belgische Polizei mehrere Häuser durchsucht. Frankreich will sich mit schärferen Gesetzen und einer Verlängerung des Ausnahmezustands gegen weitere Angriffe schützen.

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          Im Kampf gegen Terroristen hat die Polizei im Großraum Brüssel ihre Durchsuchungen fortgesetzt. Nach Informationen der belgischen Nachrichtenagentur Belga gab es seit dem frühen Donnerstagmorgen sieben Durchsuchungen, die sich vor allem gegen Freunde und Familienangehörige von Bilal Hadfi richteten, einem der Selbstmordattentäter von Paris. Einen direkten Zusammenhang mit den Anschlägen mit 129 Todesopfern gibt es laut Staatsanwaltschaft aber nicht. Die Untersuchung habe schon vorher begonnen.

          Als Reaktion auf die Attentate treibt Frankreich die Verschärfung seiner Sicherheitsgesetze voran. Auch andere Länder sehen sich weiter als mögliches Ziel von Attacken. Jüngste Drohungen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) richten sich gegen die Vereinigten Staaten.

          In Paris stimmte die Nationalversammlung am Donnerstag unter anderem zu, den nach den Attentaten verhängten Ausnahmezustand über den 26. November hinaus um drei Monate zu verlängern. Außerdem soll es künftig mehr Sicherheitskräfte im Land geben. Verdächtige, von denen einen ernsthafte Gefahr ausgehen könnte, sollen leichter unter Hausarrest gestellt werden können. Premierminister Manuel Valls warnte vor weiteren Attentaten. „Es kann auch ein Risiko chemischer oder bakteriologischer Waffen geben“, sagte er. „Man darf heute nichts ausschließen.“

          Weiterer Anschlag vereitelt

          Am Mittwoch hatte die französische Polizei womöglich einen weiteren Anschlag vereitelt. Bei einem dramatischen, von heftigen Schusswechseln begleiteten Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis nördlich der Hauptstadt nahmen Spezialkräfte acht Verdächtige fest. Mindestens zwei weitere kamen ums Leben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

          Ob einer davon der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom Freitag, Abdelhamid Abaaoud, ist, war auch am Donnerstag unklar. Laut Staatsanwalt François Molins ist Abaaoud nicht unter den Festgenommenen, und die Identität der stark verstümmelten Toten ist noch nicht geklärt.

          Die Staatsanwaltschaft in Brüssel betonte, die Untersuchung im Umfeld von Selbstmordattentäter Hadfi habe schon Anfang 2015 begonnen. Damals war der junge Franzose, der in Belgien lebte, nach Syrien ausgereist. Dort soll er sich dem IS angeschlossen haben. Bei den Durchsuchungen am Donnerstag in den Bezirken Molenbeek, Jette sowie Laeken nahmen die Fahnder eine Person fest.

          IS droht mit Anschlag in New York

          In einer neuen Videobotschaft drohte der IS indirekt mit einem Anschlag in New York – die Polizei und Bürgermeister Bill de Blasio sehen aber keine konkrete Gefahr. Polizeichef Bill Bratton versicherte, keine Stadt der Welt sei besser gewappnet als New York. FBI und New Yorker Polizei wollen nach Angaben der Bundespolizei mit einer neuen Terrorismus-Task-Force für die nötige Sicherheit sorgen.

          Das Video enthält auch eine Bildsequenz aus New York und dann, offenbar an einem anderen Ort aufgenommen, die Aufnahme eines Selbstmordattentäters. Das Video sei offensichtlich in den vergangenen Tagen hastig zusammengeschnitten worden, hieß es.

          Frankreichs Außenminister Laurent Fabius erklärte, die Welt müsse die Bedrohung durch die IS-Terrorkämpfer in den Griff bekommen. Das Engagement Moskaus im Kampf gegen die Terrormiliz in Syrien begrüßte er. „Es gibt eine Öffnung Russlands“ sagte er im Sender France Inter.

          Russland fliegt seit längerem Luftangriffe in Syrien, will dabei nun aber stärker mit Frankreich zusammenarbeiten. Differenzen bleiben allerdings: Während der Westen auf den Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hofft, hält Moskau an ihm fest.

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