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Kampf gegen den IS : Was der Irak braucht

  • -Aktualisiert am

Die jüngsten militärischen Rückschläge im Kampf gegen den Islamischen Staat lassen viele Differenzen in der Koalition aufbrechen. Die irakische Armee zu beschimpfen, wie es der amerikanische Verteidigungsminister tat, macht sie aber nicht stärker.

          Die Koalition gegen den „Islamischen Staat“ hat von Beginn an Akteure mit unterschiedlichen Interessen vereint: Die irakische Regierung führt nicht nur einen Antiterrorkampf, sondern hat auch einen erbitterten konfessionellen Konflikt im Lande; die arabischen Nachbarn wollen Iran zurückdrängen und den syrischen Präsidenten stürzen; der Westen möchte die Terrorbande vernichtet sehen, aber selbst nicht am Boden kämpfen.

          Die jüngsten militärischen Rückschläge lassen diese Differenzen aufbrechen, was auf der Pariser Konferenz vor allem in Beschwerden des irakischen Ministerpräsidenten über mangelnde Unterstützung zum Ausdruck kam. In manchen Punkten überzieht Abadi, etwa wenn er die politische Lage in europäischen Ländern wie Deutschland für den Zustrom an Dschihadisten verantwortlich macht. Zu Recht allerdings verlangt er mehr militärische Hilfe.

          Die irakische Armee zu beschimpfen, wie das der amerikanische Verteidigungsminister kürzlich getan hat, macht sie nicht stärker. Sie braucht offenbar mehr operative Unterstützung als die bisherigen Luftschläge.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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