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Kampf gegen den IS : Irakische Regierung verkündet Sieg in Mossul

  • Aktualisiert am

Irakische Soldaten feiern am Sonntag einen Sieg in der einstigen IS-Hochburg Mossul. Bild: dpa

Der irakische Ministerpräsident Abadi spricht schon vom „Sieg“ und von der „befreiten Stadt“ Mossul. Doch an manchen Orten wird offenbar noch immer gekämpft.

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          Die ehemalige Extremistenhochburg Mossul steht kurz vor der Befreiung aus den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat. Drei Jahre nach der Eroberung durch die Dschihadisten brach die irakische Armee am Sonntag in den letzten Zufluchtsort des IS in der nordirakischen Großstadt ein. Gegen Mittag hieß es aus staatlichen Medien und Sicherheitskreisen, dass nur noch ein Gebiet von wenigen Dutzend Metern Breite in der Gewalt der Kämpfer sei.

          Eine Bestätigung von höchster Ebene für die komplette Eroberung gab es aber zunächst nicht. Zwar bezeichnete das Büro des Ministerpräsidenten Haidar Al Abadi Mossul auf Twitter bereits als „befreite Stadt“. Ein angekündigte offizielle Stellungnahme des Premiers blieb aber zunächst aus. Lokalen Medien zufolge gibt es noch immer heftige Kämpfe in der Stadt. Al Abadi war zuvor in Mossul eingetroffen und gratulierte den Sicherheitskräften und Zivilisten.

          Auch der amerikanische Sonderbeauftragte für die Bekämpfung des „Islamischen Staats“ (IS), Brett McGurk, sprach von einem „Sieg“. Der französische Präsident Emmanuel Macron twitterte: „Mossul von Daesch befreit: Hommage Frankreichs an alle, die mit unseren Truppen zu diesem Sieg beigetragen haben.“ Frankreich fliegt im Rahmen der internationalen Anti-IS-Koalition Angriff auf IS-Stellungen und hatte den Kampf der irakischen Streitkräfte um Mossul auch mit Artillerie unterstützt.

          Mit Mossul verliert der IS seine letzte Hochburg im Irak und die größte Stadt, die er je unter Kontrolle hatte. Die Extremisten waren im Juni 2014 überraschend in Mossul eingefallen und hatten die Millionenmetropole innerhalb kürzester Zeit überrannt. Demoralisierte irakische Truppen leisteten damals praktisch keinen Widerstand. Von Mossul aus eroberten die Extremisten große Gebiete im Irak. IS-Chef Abu Bakr al Bagdadi zeigte sich hier erstmals öffentlich.

          Mit dem Verlust der Stadt ist die Terrormiliz im Irak militärisch weitgehend geschlagen. Sie kontrolliert nur noch kleinere Gebiete, etwa an der Grenze zu Syrien. Fachleute rechnen jedoch damit, dass sich die IS-Anhänger in die großen Wüstengebiete im Westen des Iraks zurückziehen und dort Guerilla-Angriffe planen. Zudem ist die Miliz noch immer in der Lage zu Attentaten. Dabei nehmen die sunnitischen Extremisten vor allem Schiiten ins Visier, um die Spannungen zwischen den beiden Konfessionen zu verschärfen.

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