https://www.faz.net/-gpf-75049

Kampf gegen Assad : Amerika erkennt syrische Opposition an

  • Aktualisiert am

Flüchtlingslager in Syrien: Vier Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen Bild: dapd

Große Konferenz der Syrien-„Freundesgruppe“ in Marrakesch: Die Opposition soll aufgewertet werden, die Vereinigte Staaten erkennen sie als legitime Vertretung an. Deutschland stockt seine Millionen-Zusagen für Hilfsprojekte auf.

          Nach der EU haben auch die Vereinigten Staaten das syrische Oppositionsbündnis „Nationale Koalition“ als „legitime Vertretung des syrischen Volkes“ anerkannt. Das sagte der amerikanische Präsident Barack Obama am Dienstagabend dem Fernseh-Sender ABC. An diesem Mittwoch kommt die internationale Syrien-„Freundesgruppe“ im marokkanischen Marrakesch mit der syrischen Opposition zusammen.

          Vor dem Treffen kündigte Bundesaußenminister Guido Westerwelle eine Aufstockung der deutschen Hilfen für Opfer des Syrien-Konflikts um 22 Millionen Euro an. Das Geld soll vor allem Flüchtlingen in Syrien und den Nachbarländern zugutekommen, die jetzt unter dem Winter zu leiden haben. Damit beträgt die humanitäre Hilfe aus Deutschland inzwischen mehr als 90 Millionen Euro. Die Bundesrepublik gehört international zu den größten Geberländern.

          Bei dem Treffen in Marrakesch soll die „Nationale Koalition“ gegen Machthaber Baschar al-Assad diplomatisch aufgewertet werden. Die „Freundesgruppe“ aus mehr als hundert Staaten und internationalen Organisationen will das erst im vergangenen Monat gegründete Oppositionsbündnis ebenfalls zur legitimen Vertretung des syrischen Volkes erklären. Obama sprach von einem „großen Schritt“. „Die Anerkennung bedeutet natürlich auch Verantwortung“, unterstrich er. Wie ABC unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, gehe mit der Anerkennung nicht die Aufnahme von Waffenlieferungen an die Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad einher. Jedoch sei damit eine Tür in diese Richtung geöffnet worden.

          Außenminister Westerwelle auf dem Weg nach Marrakesch: humanitäre Hilfe aus Deutschland zugesagt

          Westerwelle sagte kurz vor Beginn, neben dem politischen Signal der Anerkennung müsse die Opposition auch eine „handfeste Unterstützung ihrer Arbeit und der Menschen in Syrien“ bekommen. Das Geld wird insbesondere dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, dem Welternährungsprogramm und dem UN-Flüchtlingskommissariat für deren Programme zur Verfügung gestellt. Geplant ist auch die Einrichtung eines internationalen Hilfsfonds, mit dem Geld zum Wiederaufbau gesammelt werden soll. Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass zu Beginn des neuen Jahres etwa vier Millionen Menschen in Syrien auf Hilfe von außerhalb angewiesen sein werden. Mehr als 460.000 Syrer sind bereits in Ausland geflohen, vor allem in Länder wie Jordanien, den Libanon und die Türkei.

          Weitere Themen

          Manchmal liegt das Glück ganz nah

          An Scholz’ Seite : Manchmal liegt das Glück ganz nah

          Das Rennen um den SPD-Vorsitz geht weiter: Wofür die Kandidatin an Scholz’ Seite steht – und wieso der erfolgsverwöhnte Niedersachse Stephan Weil plötzlich beschädigt ist.

          Topmeldungen

          Jeder hat sein Kreuz zu tragen: Matteo Salvini am Strand auf Sizilien.

          Italienische Regierung : Ohne den Segen des Papstes

          Italiens Innenminister Salvini gibt sich gerne als gläubiger Christ. Damit hat er den Zorn Franziskus’ auf sich gezogen – und am Ende auch den des scheidenden Ministerpräsidenten Conte.

          An Scholz’ Seite : Manchmal liegt das Glück ganz nah

          Das Rennen um den SPD-Vorsitz geht weiter: Wofür die Kandidatin an Scholz’ Seite steht – und wieso der erfolgsverwöhnte Niedersachse Stephan Weil plötzlich beschädigt ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.