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Kalifornien : Der "Demokrator" zögert

  • Aktualisiert am

Schwarzenegger mit Frau Maria: Republikanisch-demokratische Ehe Bild: dpa/dpaweb

Hollywood-Schauspieler Arnold Schwarzenegger könnten familiäre Gründe davon abhalten, bei der Neuwahl des kalifornischen Gouverneurs für die Republikaner zu kandidieren: Seine Frau ist eine Nichte von John F. Kennedy.

          2 Min.

          Arnold Schwarzenegger wird sich offenbar nicht für die Republikanische Partei um das Amt des Gouverneurs in Kalifornien bewerben. Das berichteten übereinstimmend amerikanische Zeitungen, Radio- und Fernsehsender unter Berufung auf politische Berater des aus Österreich stammenden amerikanischen Schauspielers. In Kalifornien wird am 7. Oktober über eine mögliche Abberufung des erst im vergangenen November wiedergewählten demokratischen Gouverneurs Gray Davis abgestimmt.

          Entscheidend könnten bei dieser Entscheidung auch Vorbehalte seiner Familie sein. Seine Frau Maria Shriver gehört als Nichte des ermordeten ehemaligen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy der prominentesten Demokraten-Familie der Vereingten Staaten an.

          Entscheidung in dieser Woche

          Es sei unwahrscheinlich, daß der Hollywood-Schauspieler antrete, verlautete aus Beraterkreisen um Schwarzenegger. „Er hat immer noch zahlreiche Dinge zu erledigen, um dieses Kapitel abzuschließen, aber dies ist die Richtung, in die er sich im Moment bewegt", sagte ein Berater des Stars der Nachrichtenagentur Reuters. Dies gelte auch dann, falls ihn die ehemaligen Präsidenten George Bush Senior, Ronald Reagan und Gerald Ford darum bäten, hieß es weiter. Schwarzenegger, der am Mittwoch seinen 56. Geburtstag feierte, unterstütze stattdessen den früheren Bürgermeister von Los Angeles, Richard Riordan, als Kandidaten für den Gouverneursposten, meldete CNN. In der Vergangenheit hatte der ehemalige Kraftsportler mit amerikanischer Staatsangehörigkeit mehrfach sein Interesse an einer Kandidatur für die Republikaner signalisiert.

          Seine Frau allerdings sei dagegen, nicht nur aus politischen, sondern vor allem auch familiären Gründen: „Sie sorgt sich um ihre jungen Kinder und die Lebensqualität, die ihnen ein Vater böte, der sich 20 Stunden am Tag in der Regierung engagieren würde", sagte der Berater. Der Hauptdarsteller der „Terminator"-Filme plane, sich noch in dieser Woche zu erklären. Schwarzenegger hat gemeinsam mit der Fernsehreporterin vier Kinder zwischen fünf und 13 Jahren.

          „Wenn Arnold kandidiert, trete ich nicht an“

          Damit rückt der frühere Bürgermeister von Los Angeles, Richard Riordan, wieder stärker in den Mittelpunkt des Interesses. Schwarzenegger und Riordan sind befreundet und gehören beide dem gemäßigten Flügel der Republikaner an.„Wenn Arnold kandidiert, trete ich nicht an. Wenn er es nicht tut, werde ich ernsthaft darüber nachdenken“, sagte Riordan der Nachrichtenagentur AP. Für die Neuwah können potenzielle Bewerber ihre Kandidatur bis zum 9. August anmelden. Die Initiative wurde zum soganannten „Recall“ des Gourverneurs wurde vom republikanischen Kongressabgeordneten Darrell Issa finanziert, der bislang auch der einzige erklärte Kandidat ist. In der Bevölkerung ist die Zustimmung zur Amtsführung des demokratischen Politikers Davis stetig gesunken.

          Bei der Wahl sollen die Bürger zugleich entscheiden, ob Davis seinen Posten verliert und wer in diesem Fall sein Nachfolger werden soll. Davis war vor allem wegen der desolaten Finanzlage des bevölkerungsreichsten amerikanischen Bundesstaates in die Kritik geraten. Hintergrund sind die flaue Konjunktur, die Energiekrise mit vielfachen Unterbrechungen in der Stromversorgung vor allem in den Jahren 2000 und 2001 sowie ein Haushaltsdefizit, das im kommenden Sommer ohne Gegenmaßnahmen 38 Milliarden Dollar erreichen könnte.

          Am Dienstag verabschiedete das kalifornische Parlament indes einen Kompromißshaushalt, in dem Ausgabenkürzungen, höhere Gebühren und neue Kredite vorgesehen sind. Nach Angaben von Davis wird das Defizit damit im kommenden Sommer nicht 38, sondern 8 Milliarden Dollar betragen. Beobachter erwarten, daß Davis mit diesem Schritt in der Wählergunst wieder steigen könnte. Umso wichtiger wäre für die Republikaner ein populärer Kandidat wie Arnold Schwarzenegger.

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