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K-Frage : Kohl und Strauß machten es vor

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K-Frage der Bonner Republik: Strauß und Kohl Bild: dpa

Die Kür des Kanzlerkandidaten der Union war schon vor über 25 Jahren eine schwere Geburt.

          Die Kür des Kanzlerkandidaten der Union war schon vor über 25 Jahren eine schwere Geburt. Nachdem die Präsidien von CDU und CDU stundenlang in der bayerischen Landesvertretung in Bonn getagt hatten, war Helmut Kohl am Abend des 19. Juni 1975 am Ziel.

          Doch seine Nominierung als Herausforderer von Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) für die Wahl 1976 hatte einen bitteren Beigeschmack. Die von Franz Josef Strauß angeführte CSU lehnte es ab, sich voll hinter den Pfälzer zu stellen. „Die CSU hat davon Kenntnis genommen, dass die CDU als die größere Partei den Anspruch erhebt, den Kanzlerkandidaten zu stellen“, hieß es kühl. Im nächsten Satz folgte dann das, was als volle Brüskierung Kohls galt: „Die CSU hält an ihrem Anspruch fest, dass ihr Vorsitzender der geeignete Kandidat ist.“

          Komplikationen in der K-Frage

          Meist allerdings war die K-Frage in der Union ein Thema, das sich praktisch von selbst erledigte. Mit den Kanzlern Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger und zuletzt mit Kohl hatten CDU und CSU in der 53-jährigen Geschichte überwiegend „geborene Kanzlerkandidaten“. Es war stets ausgemachte Sache, dass der Amtsinhaber zur Wiederwahl antrat.

          Wenn die Union in Bonn aber - wie jetzt in Berlin - in der Opposition war, kam es immer wieder zu Komplikationen. In der Kür des Kanzlerkandidaten in dieser Situation völlig ungeübt und ohne festgelegtes Verfahren, gab es vor allem vor den Wahlen 1976 und 1980, wo schließlich Strauß antrat, politische Machtkämpfe.

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