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Biden und Putin : Der Killer-Vorwurf war ein Fehler

Vor zehn Jahren: Joe Biden und Wladimir Putin am 10. März 2011 in Moskau Bild: Reuters

Gegenüber Russland ist eine harte Haltung nötig. Aber beleidigende Worte über Putin schaden nur. Besser wäre eine zwischen Europa und Amerika abgestimmte Politik.

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          Es gibt viele Gründe dafür, Joe Bidens Aussage für sachlich richtig zu halten, dass Wladimir Putin ein „Killer“ sei. Aber das Wort war dennoch eine Dummheit. Denn ganz gleich, was man von der russischen Regierung hält: Niemand kann ihr verübeln, dass sie auf eine solche Aussage aus dem Mund des amerikanischen Präsidenten erbost reagiert. Für ihre Verhältnisse verhält sie sich bisher sogar ziemlich zurückhaltend.

          Es wäre erfreulich, wenn nach dem Ende der Präsidentschaft Donald Trumps auch in der amerikanischen Außenpolitik Michelle Obamas Motto angewendet würde: „When they go low, we go high.“ Der Einsatz von Pöbeleien aller Art in den internationalen Beziehungen ist ein Markenzeichen der russischen Diplomatie, das man ihr nicht streitig machen sollte.

          In den Beziehungen zu Russland ist eine klare, harte Positionierung nötig. Aber Verbalinjurien helfen nicht weiter. Sie sind erstens eine Vorlage für die russische Propaganda und erschweren zweitens den ohnehin schwierigen Dialog auch auf den Feldern, auf denen vielleicht noch so etwas wie eine Verständigung möglich ist. Wichtig wäre es, dass die Vereinigten Staaten und Europa gegenüber dem Kreml und der anderen großen autoritären Herausforderung durch Peking zu einer in der Sache abgestimmten Politik finden, die aus zwei Elementen besteht: Der Bereitschaft, die eigenen Werte und Interessen robust zu verteidigen, bei gleichzeitiger Offenheit für Gespräche.

          Reinhard Veser
          (rve.), Politik

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