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Jemen : In Sanaa schwerste Gefechte seit Wochen

  • Aktualisiert am

Übergelaufene Soldaten am Sonntag in Sanaa Bild: dpa

Truppen des jemenitischen Präsidenten Salih und regimekritische Kämpfer haben sich am Montag in Sanaa offenbar die schwersten Gefechte seit Wochen geliefert. Lokale Medien sprachen von mehr als 20 Toten seit Sonntag.

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          Im Jemen wächst die Angst vor einem Bürgerkrieg, der mit dem Zerfall des ohnehin schön brüchigen Staatswesens enden könnte. Bewohner der Hauptstadt Sanaa berichteten, in der Nacht zum Montag habe die Stadt die bisher heftigsten Artillerieattacken seit Beginn der Krise Anfang Februar erlebt.

          „Es herrscht große Anspannung und Angst davor, dass der Präsident einen Bürgerkrieg provozieren will“, sagte ein Beobachter in Sanaa. Am Montag sei in der Hauptstadt fast niemand zur Arbeit gegangen. Lokale Medien sprachen von mehr als 20 Toten seit Sonntag. Die Nachrichtenwebsite „Marib Press“ meldete, alleine durch den Einschlag einer Granate im Feldhospital der Protestbewegung im Stadtzentrum seien drei Zivilisten gestorben.

          Gefechte mit abtrünnigem General

          Zudem seien mehrere Viertel im Norden der Stadt beschossen worden. Nach Angaben eines Augenzeugen versuchten die Regierungstruppen, die noch loyal zu Präsident Ali Abdullah Salih stehen, die Kämpfer rivalisierender Stammesführer und die 1. Brigade von General Ali Mohsen al Ahmar in Gefechte zu verwickeln.

          Die Soldaten dieser Brigade, die versprochen hatte, die friedlichen Anti-Salih-Demonstranten zu schützen, hätten die Angreifer rund um den Taghier-Platz zurückgedrängt, hieß es. Zu den Gruppierungen, die Salihs Rücktritt fordern, gehören Islamisten, Liberale, Linke, Frauenverbände, Studenten und rivalisierende Stammesführer.

          Keine Rolle spielen dabei die Al-Qaida-Terrorzellen, die bei einem Luftangriff im September einen ihrer wichtigsten Wortführer, den amerikanischen Bürger Anwar al Aulaqi, verloren hatten. Im Süden wittert derzeit die Separatistenbewegung eine Chance, das Chaos für ihre Zwecke zu nutzen. Sie tritt für eine abermalige Abtrennung des 1990 mit dem Norden vereinigten Süd-Jemen ein.

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