https://www.faz.net/-gpf-97e17

Syrien-Kommentar : Jeder gegen jeden

Der Konflikt in Syrien ist in Wahrheit ein Knäuel von Kriegen. Doch, dass Machthaber Assad überhaupt zum Feldzug gegen die eigene Bevölkerung in der Lage ist, verdankt er allein dem Eingreifen Russlands und Irans.

          1 Min.

          Zur Erinnerung: Der Krieg in Syrien, der tatsächlich ein Knäuel von Kriegen ist, hat vor bald sieben Jahren begonnen. Und doch wird an mehreren Fronten mit einer Intensität gekämpft wie seit Jahren nicht mehr! Für Außenstehende ist oft kaum zu erkennen, wer gegen wen kämpft und wer mit wem taktische Bündnisse schließt. Fest steht, dass Truppen des Assad-Regimes die letzte Rebellenenklave in der Umgebung der Hauptstadt massiv angreifen. Dass der Machthaber zu diesem Feldzug gegen die eigene Bevölkerung, wie die Bundesregierung das mörderische Vorgehen nennt, überhaupt in der Lage ist, verdankt er allein dem militärischen Eingreifen Russlands und Irans.

          Und was tun die? Außer Aufrufen zum Dialog, was den kurdisch-türkischen Teil des Kriegsgeschehens betrifft, ist aus Moskau nichts zu hören. Es hat Assad ja auch schon früher nicht zur Mäßigung angehalten, warum sollte es das jetzt tun? Aber wer weiß, möglicherweise lässt sich der Diktator von Damaskus auch nicht (mehr) so leicht an die russische Kandare nehmen. Also werden Brandbomben abgeworfen, kommen Hunderte Zivilisten um.

           

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          Ultrakonservativer Raisi als neuer Präsident vereidigt Video-Seite öffnen

          Iran : Ultrakonservativer Raisi als neuer Präsident vereidigt

          Der ultrakonservative Geistliche Ebrahim Raisi ist als neuer Präsident des Irans vereidigt worden. In seiner Antrittsrede kündigte der 60-Jährige an, sich um die Aufhebung der internationalen Sanktionen bemühen zu wollen. Zu seinen größten Herausforderungen gehört die Belebung der am Boden liegenden Wirtschaft.

          Topmeldungen

          Ein völlig zerstörtes Haus am Ortseingang von Altenahr am 27. Juli 2021

          Offener Brief : Altenahr beschwert sich bitter bei Merkel

          In einem Brief an Kanzlerin Merkel und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer fordern Betroffene eine Perspektive für das Ahrtal. Die bisherigen Hilfen würden nicht ansatzweise ausreichen.
          Alles so schön bunt hier: eine Gasse in Basel. In der Schweizer Stadt fanden im vorigen Jahr Demonstrationen der Black-Lives-Matter-Bewegung statt, die Martin R. Dean ermutigten, über seine Erfahrungen als „nichtweißer“ Autor zu sprechen.

          Was die Sprache verändert : Ade, du weiße Selbstverständlichkeit

          Der Schriftsteller Matthias Politycki hat kürzlich begründet, warum er Deutschland verlassen hat: Politisch korrekte Sprachregelungen mache ihm das Schreiben unmöglich. Ihm antwortet nun ein Freund und Kollege.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.