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Japan : Koizumi besucht Schrein der Kriegstoten

  • Aktualisiert am

Auf dem Weg zum umstrittenen Schrein Bild: dpa

Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi hat heute unter internationalem Protest einen Schrein für Japans Kriegstote besucht.

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          Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi hat am Montag unter internationalem Protest einen Schrein für Japans Kriegstote besucht. „Ich habe (den Schrein) besucht, um mein Friedensversprechen zu erneuern“, sagte Koizumi.

          Japan dürfe nie wieder einen solchen Krieg beginnen, sagte der Ministerpräsident weiter. Die Nachbarstaaten kritisierten den Besuch des Yasukuni-Schreins, weil dort auch verurteilten Kriegsverbrechern des Zweiten Weltkriegs gedacht wird. China erklärte, der Besuch habe den Beziehungen zwischen China und Japan geschadet und die Gefühle der Chinesen und der Mehrzahl der anderen asiatischen Staaten verletzt. In Seoul schnitten sich zwanzig Männer aus Protest den kleinen Finger ab.

          China bestellt Botschafter ein

          Koizumi sagte, Japan habe in der Vergangenheit aggressive Akte gegen seine Nachbarn begangen und unermessliches Leid verursacht. „Ich möchte im Licht unserer bedauerlichen Geschichte allen Opfern des Krieges mein tiefstes Bedauern und meine Reue ausdrücken.“ Einige Dutzend Südkoreaner und linke Studenten protestierten vor dem Schrein gegen den Besuch, andere riefen „Danke, danke“ und „Banzai“ (ein langes Leben). Der Ministerpräsident sagte nicht, ob es sich um einen offiziellen oder einen privaten Besuch handelte. Er sagte, er habe die von ihm geschickten Blumen privat bezahlt und sei als „Ministerpräsident Junichiro Koizumi“ da.

          Beziehungen zu China und Südkorea gespannt

          Die offizielle chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, der stellvertretende chinesische Außenminister Wang Yi habe den japanischen Botschafter zu sich zitiert, um seine „große Verärgerung“ auszudrücken. Im Außenministerium hieß es, die zentrale Frage sei, ob Japan den aggressiven Abschnitt seiner Geschichte ernsthaft bereuen könne. Die Beziehungen zwischen Japan und seinen Nachbarn China und Südkorea sind schon durch ein japanisches Schulbuch belastet. Nach Ansicht Chinas und Südkoreas werden darin japanische Kriegsverbrechen beschönigt. In dem Yasukuni-Schrein liegen rund 2,5 Millionen japanische Soldaten, die in Kriegen seit dem 19. Jahrhundert getötet wurden. Darunter sind auch 14 verurteilte Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkriegs.

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