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Italien : Tausend Afrikaner nach Unruhen in Sicherheit gebracht

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Hass auf die Fremden: Rosarno am Sonntag Bild: AFP

Nach den Zusammenstößen in der süditalienischen Stadt Rosarno sind mehr als tausend afrikanische Wanderarbeiter in Flüchtlingslager in anderen Landesteilen gebracht worden. Die Opposition warf der Regierung vor, Fremdenhass zu schüren.

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          Nach den Zusammenstößen in der süditalienischen Stadt Rosarno sind mehr als tausend afrikanische Wanderarbeiter in Flüchtlingslager in anderen Landesteilen gebracht worden. Zugleich begannen die Behörden am Sonntag, die zurückgebliebenen Notlager der mehrheitlich illegalen Einwanderer abzureißen. Innenminister Roberto Maroni lobte das Vorgehen der Behörden als beispielhaft. Schuld für die Unruhen seien Jahre „falscher Toleranz“ gewesen. Die Opposition warf der Regierung vor, Fremdenhass zu schüren.

          Die Auseinandersetzung hatte am Donnerstag begonnen, als eine Jugendbande in der kalabrischen Stadt aus einem Auto heraus mit Luftgewehren auf afrikanische Arbeiter feuerte. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Daraufhin setzten Dutzende Afrikaner in Rosarno Autos in Brand und zertrümmerten Schaufenster. Bei den dreitägigen Unruhen wurden mindestens 53 Menschen verletzt, darunter 18 Polizisten.

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          Einige Beobachter verglichen die Situation mit der rassistischen Gewalt des Ku-Klux-Klan in den Vereinigten Staaten der sechzuiger Jahre. Papst Benedikt XVI rief am Sonntag zu mehr Toleranz auf. Trotz ihrer unterschiedlichen Kulturen und Traditionen seien Immigranten Menschen mit Rechten und Pflichten, die respektiert werden müssten, sagte er.

          Wieder auf der Flucht: Migranten in Rosarno

          In der Region Kalabrien arbeiteten bislang etwa 8000 illegale Einwanderer als Erntehelfer bei Obst- und Gemüsebauern. Sie leben teils in verlassenen Fabriken ohne Strom oder fließendes Wasser. Menschenrechtsorganisationen sprechen von Ausbeutung durch organisierte Verbrecherbanden.

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