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: Italien soll UN-Truppe im Libanon führen

  • Aktualisiert am

In der Kritik: Ministerpräsident Ehud Olmert Bild: AFP

Die Regierungen in Israel und im Libanon haben sich für eine herausgehobene Rolle Roms bei der UN-Truppe ausgesprochen. Unterdessen beginnt die deutsche Luftwaffe mit ihren humanitären Hilfsflügen in den Libanon.

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          Italien soll nach Vorstellung des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert bei der internationalen Friedenstruppe Unifil die Führungsrolle übernehmen. Wie italienische Medien berichteten, habe Olmert in einem Telefongespräch mit dem italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi gebeten, auch Soldaten für die Überwachung der Grenze zwischen Libanon und Syrien zur Verfügung zu stellen.

          Auch der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora sprach sich nach italienischen Medienangaben für eine herausgehobene Rolle Roms bei der UN-Truppe aus. Ein libanesischer Regierungsvertreter sagte, das Engagement Italiens sei ausgeprägter als bei anderen Ländern. Weitere Gespräche mit den Regierungen Italiens und Frankreichs seien aber nötig. Der italienische Koalitionspolitiker Piero Fassino sagte in Zeitungsinterviews, wenn die Vereinten Nationen Italien aufforderten, die Führungsrolle zu übernehmen, werde sich Rom nicht verweigern können.

          60 Tonnen UN-Hilfsgüter für Beirut

          Bislang war Frankreich für die Führung der Truppe der Vereinten Nationen im Gespräch, die gemeinsam mit der libanesischen Armee im Südlibanon neue Kämpfe zwischen der radikal-islamischen Hizbullah-Miliz und der israelischen Armee unterbinden soll. Die Regierung in Paris hatte die UN jedoch mit der Ankündigung enttäuscht, zunächst lediglich 200 zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden.

          Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero stimmte sich am Sonntag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Prodi über eine europäische Beteiligung an der internationalen Truppe ab. Spanien sei bereit, zwischen 700 und 800 Soldaten zu der Truppe beizusteuern, hieß es aus Madrid. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen in der spanischen Hauptstadt soll sich am Mittwoch ein Treffen in Brüssel mit der europäischen Beteiligung an der Unifil- Truppe befassen.

          Die deutsche Luftwaffe beginnt heute mit ihren humanitären Hilfsflügen in den Libanon. Eine der beiden nach Amman in Jordanien verlegten Transall-Maschinen werde zwei Tonnen Zelte, die die Vereinten Nationen dort eingelagert haben, nach Beirut transportieren, teilte die Luftwaffe mit. Die zweite nach Amman verlegte Transall sei inzwischen nach Larnaka auf Zypern weitergeflogen. Sie werde auf Bitten der Vereinten Nationen die Luftbrücke unterstützen, die von dort aus nach Beirut eingerichtet werden soll. Es sollen gut 60 Tonnen UN-Hilfsgüter wie Medikamente, medizinische Ausrüstung und Nahrungsmittel nach Beirut befördert werden.

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