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Italien : Demonstrationen gegen Polizeigewalt in Genua

  • Aktualisiert am

Keine Gewalt: Friedlicher Protest in Genua Bild: dpa

Heute ist der während des G8-Gipfeltreffens getötete Demonstrant beigesetzt worden. Zehntausende demonstrierten gegen das Vorgehen der Polizei.

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          Fast tausend Menschen haben am Mittwoch auf einem Friedhof in Genua an der Beerdigung des beim G8-Gipfel getöteten Demonstranten Carlo Guiliani teilgenommen.

          Guiliani war am Freitag während Straßenschlachten beim Treffen der führenden Industrienationen und Russlands von einem Polizisten erschossen worden, als er vermummt und mit einem Feuerlöscher in Händen auf einen Polizeiwagen zugestürmt war. Sein Tod hatte den Gipfel überschattet und Kritik am Verhalten der italienischen Polizei ausgelöst.

          30.000 Demonstranten in Rom

          Am Dienstagabend hatten zehntausende Menschen in mehreren italienischen Städten gegen das harte Vorgehen der Polizei in Genua demonstriert. Die größte Kundgebung fand mit rund 30.000 Teilnehmern in Rom statt. In Bologna und Neapel gingen jeweils bis zu 15.000 Menschen auf die Straße. In Genua kamen etwa 10.000 Demonstranten zusammen. Die Zahl der Protestteilnehmer in Florenz wurde auf 5.000 geschätzt, ebenso viele gingen in Palermo auf die Straße.

          Rücktrittsforderungen an Innenminister

          Viele Demonstranten forderten den Rücktritt des italienischen Innenministers Claudio Scajola. Die Opposition forderte den Minister auf, sich einer Vertrauensabstimmung zu stellen. Außerdem verlangt sie eine parlamentarische Untersuchung der Gewalt in Genua. Der konservative Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich hinter seinen Innenminister und die Polizei gestellt.

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