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Konflikt mit Nordkorea : Eine neue Kuba-Krise?

  • -Aktualisiert am

Militärische Muskelspiele: mobile Raketen bei der Militärparade in Pjöngjang. Nordkorea gibt ein Viertel seiner Wirtschaftsleistung für das Militär aus. Immerhin ein Weltrekord. Bild: dpa

Die angespannte Situation zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten spitzt sich immer weiter zu. Amerikanische Medien ziehen bereits Analogien zum Jahr 1962 und schreiben von einer neuen „Kuba-Krise in Zeitlupe“. Doch es gibt Unterschiede.

          Die Eskalationsspirale im Konflikt um Nordkoreas Atomwaffenprogramm dreht sich immer weiter: China warnt vor einem „Kollisionskurs“, Kim Jong-Un droht mit einem Atomschlag, die Vereinigten Staaten drohen zurück, und Südkorea zeigt sich zutiefst besorgt.

          Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence hat unlängst eine entschlossene Reaktion der Vereinigten Staaten auf jegliche Aggression angekündigt. Amerika werde „jeden Angriff und jeden Einsatz konventioneller oder atomarer Waffen mit einer überwältigenden und effektiven Reaktion“ beantworten, sagte Pence an Bord des in Japan stationierten Kriegsschiffs „USS Ronald Reagan“. Nordkorea sei „die gefährlichste Bedrohung“ für den Frieden in der Region.

          Die „New York Times“ vergleicht den Konflikt gar mit der Kuba-Krise von 1962, als die Welt unter John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow nur knapp einem Atomkrieg entgangen war. Amerikanische Aufklärungsflugzeuge hatten damals auf der Karibikinsel Abschussrampen für sowjetische Raketen entdeckt, die Nuklearsprengköpfe tragen konnten. Am  22. Oktober verlangte der amerikanische Präsident Kennedy von der Sowjetunion, die stationierten Raketen abzuziehen und ordnete eine Seeblockade Kubas an. Die Situation spitzte sich zunächst immer weiter zu. In geheimen Verhandlungen mit dem sowjetischen Regierungschef Chruschtschow gelang es Kennedy dann jedoch, einen Krieg im letzten Moment abzuwenden: Die Sowjetunion erklärte sich dazu bereit, die Atomraketen von Kuba abzuziehen. Im Gegenzug kündigten die Vereinigten Staaten an, ihre Raketenbasen in der Türkei abzubauen.

          Mehr als 60 Jahre später dreht sich nun alles um die atomare Aufrüstung der nordkoreanischen Armee. Immer wieder hat Machthaber Kim Jong-Un in den letzten Wochen mit einem nuklearen Angriff gedroht. Am Montag erklärte auch Pjöngjangs stellvertretender Botschafter bei den Vereinten Nationen, sein Land sei bereit, auf „jegliche Art von Krieg“ seitens der Vereinigten Staaten zu reagieren. Wenn Washington auf ein militärisches Vorgehen etwa mit Atomwaffen und Interkontinentalraketen zurückgreife, werde die Demokratische Volksrepublik Korea darauf ebenfalls militärisch antworten, ergänzte der Diplomat Kim In-ryong.

          Nordkorea demonstrierte  bei einer großen Militärparade zum 105. Geburtstag seines verstorbenen Staatsgründers Kim Il-Sung unlängst seine militärische Potenz. Durch das Stadtzentrum der Hauptstadt Pjöngjang marschierten am vergangenen Samstag Tausende Soldaten, begleitet von Panzern und anderen Militärfahrzeugen. Der Diktator des abgeschotteten Landes beobachtete die Parade von einem Podium aus. Auch seine neuesten ballistischen Errungenschaften präsentierte das Regime, darunter drei unterschiedliche Modelle von Interkontinentalraketen sowie mobile Abschussrampen, die fest installierten Raketensilos weit überlegen sind.

          Nordkoreas Waffenarsenal wächst stetig

          Offenbar macht Nordkoreas Waffenprogramm große Fortschritte – vor allem bei der Reichweite der Raketen. Als sicher gilt, dass die Diktatur mit den selbst entwickelten Waffen Südkorea und Japan erreichen kann. „Langstreckenraketen könnten schon ab 2020 einsatzfähig sein – und dann möglicherweise auch das amerikanische Festland erreichen“, sagt Hanns Hilpert von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Hilpert leitet dort die Forschungsgruppe Asien und gilt als profunder Kenner Nordkoreas.

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