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Israel : Armee tötet vier bewaffnete Palästinenser an Gaza-Grenze

  • Aktualisiert am

Israelische Soldaten halten Wache (Symbolbild). Bild: Reuters

Nach Armeeangaben ist „ein sehr großer Anschlag“ verhindert worden. Die vier Männer sollen Sturmgewehre und eine Panzerfaust besessen haben.

          Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben an der Grenze zum Gazastreifen vier bewaffnete Palästinenser getötet. Sie hätten sich am Samstag dem Grenzzaun zu Israel genähert, teilte das Militär mit.

          „Es wurde wohl ein sehr großer Anschlag auf Israel verhindert“, sagte ein Armeesprecher. Alle vier Angreifer hätten Uniformen getragen und seien mit Kalaschnikow-Sturmgewehren des Typs AK-47 bewaffnet gewesen. Die Gruppe habe auch eine Panzerfaust, Handgranaten, eine Erste-Hilfe-Box und Snacks bei sich gehabt.

          Kurzer Schusswechsel

          Die Palästinenser seien mithilfe von Überwachungskameras entdeckt worden, sagte der Armeesprecher. „Als einer von ihnen versuchte, über den Grenzzaun zu klettern, eröffneten unsere Truppen das Feuer.“ Es sei zu einem kurzen Schusswechsel gekommen, und einer der Palästinenser habe auch eine Granate auf die Soldaten geworfen. Auf der israelischen Seite sei aber niemand verletzt worden.

          Es sei noch unklar, zu welcher Gruppe die bewaffneten Männer gehörten. „Wir sehen die Hamas als verantwortlich für alle Vorfälle im Gazastreifen und erwarten von ihr, solche Ereignisse zu stoppen“, teilte das Militär mit. Der Vorfall habe sich an der Grenze zum südlichen Teil des streng abgeriegelten Palästinensergebiets ereignet.

          Israel hat vor zwölf Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Staaten begründen die Maßnahme mit Sicherheitsinteressen. Die EU, Israel und die Vereinigten Staaten stufen die im Gazastreifen herrschende Hamas als Terrororganisation ein. Sie hatte ein Jahr nach ihrem Wahlsieg von 2006, der international nicht akzeptiert wurde, gewaltsam die Kontrolle im Gazastreifen übernommen und will Israel zerstören. Unter Vermittlung Ägyptens hatten Israel und die Hamas sich zuletzt allerdings auf eine Waffenruhe geeinigt.

          Bei Protesten gegen die Blockade sind seit Ende März 2018 nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 300 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden. In dem Küstenstreifen leben etwa zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen.

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