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Israel und die Mavi Marmara : Zeitung: 20 Millionen Dollar Entschädigung für Türkei

Dezember 2010: Die „Mavi Marmara“ kehrt nach Istanbul zurück Bild: picture alliance / dpa

Im Streit mit Ankara über eine Entschädigung für die Erstürmung des Gaza-Hilfsschiffs „Mavi Marmara“ macht Israel laut einem Zeitungsbericht ein neues Angebot. Damals waren neun Menschen getötet worden.

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          Israel ist laut einem Zeitungsbericht dazu bereit, die Türkei mit 20 Millionen Dollar zu entschädigen. Bei der Erstürmung des türkischen Gaza-Hilfsschiffs „Mavi Marmara“ durch die israelische Armee waren Ende Mai 2010 acht türkische Aktivisten und ein türkischstämmiger Amerikaner ums Leben gekommen. Laut einem offiziell nicht bestätigten Bericht der israelischen Zeitung „Haaretz“ bietet Israel an, das Geld in einen türkischen Fonds einzuzahlen, der die Angehörigen der Opfer entschädigen soll.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Der Streit über die Erstürmung des Schiffs hatte die Beziehung der beiden Staaten über Jahre hinweg stark belastet. Der amerikanische Präsident Barack Obama musste im vergangenen März selbst eingreifen, damit der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für die Militäraktion um Entschuldigung bat. Danach erklärte sich auch der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bereit, sich wieder mit Israel zu versöhnen und die früher sehr engen Beziehungen zu normalisieren.

          Im April 2013 begannen beide Seiten Verhandlungen, die bisher ergebnislos blieben. Streit gibt es nicht nur über die Höhe der Entschädigungen, sondern auch über die von Israel geforderte Einstellung mehrerer Gerichtsverfahren gegen israelische Militärs in der Türkei. Erdogan fordert zudem, die humanitäre Lage im von Israel abgeriegelten Gazastreifen zu verbessern.

          Nach Angaben von „Haaretz“ verlangte die türkische Regierung ursprünglich eine Entschädigung von 30 Millionen Dollar, während Israel bisher nur 15 Millionen Dollar zahlen wollte. In Jerusalem wird vor den türkischen Kommunalwahlen am 30. März keine endgültige Einigung erwartet.

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