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Israel : Scharon - der alte und neue Likud-Chef

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Scharon wurde von den Likud-Mitgliedern als Parteivorsitzender bestätigt und schlug seinen innerparteilichen Rivalen Netanjahu klar aus dem Rennen.

          Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat bei der Kandidatenkür seiner konservativen Likud-Partei einen großen Sieg erzielt. Scharon gewann nach Auszählung aller Stimmen 55,9 Prozent. Sein Erzrivale, Außenminister Benjamin Netanjahu, erhielt nur 40,1 Prozent der Stimmen, wie die Likud-Partei am Freitag offiziell mitteilte. Auf den dritten Kandidaten, Mosche Feiglin, entfielen 3,5 Prozent.

          Netanjahu (53) gestand bereits in der Nacht zum Freitag seine Niederlage ein und gratulierte Scharon (74) zum Sieg. Er betonte, er werde an Scharons Seite kämpfen, „um dem Likud einen Sieg bei den Parlamentswahlen zu sichern“. Scharon kündigte an, „den Staat Israel im Angesicht aller zu erwartenden Herausforderungen in den kommenden Jahren zu führen“. An der Wahl beteiligten sich etwa 50 Prozent der etwa 300.000 Parteimitglieder.

          Scharon contra Mizna

          Nach seiner Bestätigung als Likud-Chef wird Scharon bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 28. Januar gegen den neuen Vorsitzenden der Arbeitspartei, Amram Mizna (57) antreten, der erst vor zehn Tagen in einer Urwahl der Arbeitspartei gewählt worden war. Scharons Likud kann laut einer neuen Umfrage bei den Wahlen gemeinsam mit den rechten und religiösen Parteien mit einer Mehrheit von 64 der 120 Parlamentssitzen rechnen.

          Die linken Parteien - Arbeitspartei und Merez - sowie die arabischen Parteien erzielten nach der am Freitag in der israelischen Zeitung „Haaretz“ veröffentlichten Umfrage nur 37 Mandate. Die Arbeitspartei, bislang stärkste Fraktion in der Knesset, rutschte bei der Umfrage von 26 auf 20 Mandate und wurde in ihrer Spitzenposition vom Likud abgelöst, der 41 Sitze (vorher 19) erzielte.

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